Katherine, Kakadu Nationalpark, Darwin, Litchfield Nationalpark, Nitmiluk Nationalpark (Bericht 6)

Im Norden Australiens sind ein paar weitere Wildtiere zu unserer Sammlung hinzugekommen. In den Nationalpärken haben wir nicht nur Wildtiere beobachtet, sondern sind viel gewandert, haben in den Wasserlöchern gebadet, Bootstouren unternommen, Aborigine-Felszeichnungen bewundert und skurile Felsformationen gesehen. Zudem hat Donkey, unser Van-Esel, etwas gelitten.



KATHERINE

Montag, 17. Oktober 2022

Fahrt: Lake Argyle nach Katherine (523 km)

Bevor wir weiterziehen, fahren wir noch kurz zum Staudamm. Doch nichts Erwähnenswertes. Am Strassenrand tauchen plötzlich wilde Pferde auf. Jöööh, sogar ein junges Fohlen ist dabei. Auf der Camping-App Wikicamp (zeigt alle Campingplätze und Sehenswürdigkeiten auf einer Karte inkl. Links, Erfahrungsberichte, Fotos usw. an) habe ich eine Aborigine-Höhlenzeichnung gefunden, die nicht weit ab von der Strasse sein soll. Es gibt keinen Wegweiser, doch mit Hilfe der App haben wir dann die kleine Höhle gefunden und noch einmal jööö, ein Krokodil an der Höhlendecke entdeckt.

Auf unserer Fahrt überqueren wir die Grenze zwischen Western Australia und Northern Territory und damit müssen wir auch unsere Uhren um 1 ½ Stunden nach vorne stellen. Komischerweise müssen wir uns auch auf schlechtere Strassen einstellen, die von Schlaglöchern übersäht sind und zudem gilt hier anstatt der bisherigen bereits schnellen 110 km/h neu sogar 130 km/h – und das auf einer zweispurigen Hauptstrasse – also ich meine eine Spur auf der einen Seite, die auf der anderen Spur der Gegenverkehr. Die spinnen, die Australier! Wir fahren immer so zwischen 90 bis 100 km/h.

Plötzlich rumpelt was … ich habe etwas Hartes überfahren … dann piepst es … das muss das Treppchen sein, das sich wohl aufgrund des überfahrenden Gegenstandes verschoben hat … dann scheppert es … ui, was war dann das? Wir können nicht grad anhalten, da es am Strassenrand nur loser absenkender Boden gibt. Nach ca. 1 km schauen wir uns das Malheur an ... scheisse, das Treppchen fehlt! Wir kehren wieder um und entdecken das Treppchen am Strassenrand und etwas weiter vorne auch das überfahrende Metallstück, das wohl ein Lastwagen verloren hat. Das Metallstück entfernen wir von der Strasse, das Treppchen packen wir in den Van. Das brauchen wir eh nicht, da wir ein Plastiktreppchen haben, das wir jeweils vor den Van stellen und so viel bequemer ist, den Van zu besteigen.

Auf der Fahrt gibt es ein paar kurze Regenschauer und plötzlich sehen wir am Himmel Rauch aufsteigen. Sind das etwa Buschfeuer? Nun können wir den Rauch auch riechen und oha lätz, schon befinden wir uns mitten in einem Buschfeuer – links und rechts der Strasse lodert Feuer oder es raucht mindestens noch, da das Feuer sich an diesen Stellen bereits durchgefressen hat. Nirgendwo ein Schild «Achtung Feuer» oder sowas, nirgendwo die Feuerwehr, es brennt einfach und der wenige Verkehr rollt weiter. Wahrscheinlich handelt es sich um ein kontrolliertes Abfackeln. Dies wird jeweils dann gemacht, wenn die Gefahr eines Grossbrandes gering ist, also zum Beispiel, wenn es kurz vorher geregnet hat oder Regen angesagt ist. Mit dem regelmässig kontrollierten Abfackeln wird das trockene Kleinholz und Gras vernichtet, so dass sich nicht zu viel Brennbares auf dem Boden ansammeln kann und so sich bei Sommerhitze selbst in einen grossen Buschbrand entzünden kann. Diese Vorgehensweise hat man in den letzten Jahren von den Ureinwohnern gelernt und wird nun im ganzen Land entsprechend umgesetzt. Wir und unser Van stinken nun vor Rauch.

In Katherine kommen wir relativ spät an, so dass das Büro des ausgewählten Campingplatzes bereits geschlossen ist. Es wird aber eine Telefon-Nummer angegeben, die man anrufen kann, wenn man spät eintrifft. Die können wir jedoch nicht ohne hohen Kosten mit unserer Schweizer Nummer anrufen. Auf dem Parkplatz steht noch ein 4x4-Auto mit einem Pärchen. Ich frage sie, ob ich ihr Handy benutzen darf. Natürlich! Ein kurzer Anruf und die Dame kommt gleich um die Ecke und checket uns in den wenig besuchten Campingplatz ein. Vor dem Abendessen hüpfen wir noch kurz in den Pool. Am Rand des Pools grilliert ein älteres Ehepaar. Papi kann sein ganzes Englisch-Können im Gespräch mit dem Ehemann einsetzen und erklärt ihm, was wir bereits bereist haben und wohin uns die Reise noch führt. Der Camper macht uns dann noch aufmerksam, dass wir unbedingt immer alles einschliessen sollen, besonders in der Nacht, da ab und zu ungebetene Gäste über den Zaun steigen und sich "umschauen". Aha, alles klar!


KAKADU NATIONALPARK (Cooinda)

Dienstag, 18. Oktober 2022

Fahrt: Katherine nach Kakadu Nationalpark/Cooinda (259 km)

Schaut euch mal an, was wir vor dem Sanitär-Block auf dem Campingplatz entdeckt haben?

Ist das nicht wundervoll? Dieses Liebesburg baut der Laubenvogel, um ein Weibchen anzuziehen. Mit getrockneten Grashalmen baut er einen tunnelartigen Bau und den Boden legt er mit grauen und weissen Steinen gespickt mit Glasscherben und weissen Petflaschen-Deckeln. Einfach wunderschön! Das Männchen ist auch schon erfolgreich – es nähert sich jedenfalls in regelmässigen Abständen ein Weibchen und bestaunt den Prachtsbau.

Heute fahren wir in den sehr bekannten Kakadu Nationalpark. Aufgrund der Grösse des Parkes haben wir vor insgesamt fünf Nächte an zwei verschiedenen Orten zu übernachten. Der erste Halt ist das Resort in Cooinda, wo wir die Vorzüge voll und ganz ausnutzen, indem wir bei 38° gleich in den grossen lagunenartigen Pool hüpfen. Am späten Nachmittag geht es mit dem Boot im Yellow Water Gewässer. Der Ranger kommentiert die kurzweilige zweistündige Fahrt in gewohnt lustiger Art und Weise … ich glaube es gibt ein Ranger-Gen, das diese Menschen mit originellem Humor in Kombination mit spannenden Informationen ausstattet. Ein kleines Bespiel: «Die Schwimmwesten liegen vorne im Boot. Im Falle eines Notfalles bitte die Westen anziehen und ins Wasser springen. Ich würde aber eher die Schwimmweste in die Nähe des Krokodiles werfen und mich dann auf der anderen Seite schnurstracks ans Ufer retten.» Apropos Krokodil – Ziel ist es auf dieser Bootstour unsere Wildtier-Sammlung zu erweitern und ein paar Salzwasserkrokodile zu finden … und wir werden nicht enttäuscht. Bereits auf der ersten Sandbank sonnen sich zwei riesige Reptilien. Und da schwimmt eines im Wasser und da wieder eines am Ufer – wooow, riiiesig! Die Viecher sind zwischen drei und fünf Meter gross. Es sind Salzwasserkrokodile, die sich im Süsswasser tummeln. Die grössten und sehr gefährlichen Krokodile fühlen sich im Salz- und Süsswasser wohl. Neben den Krokodilen sehen wir noch Kängurus, viele Vögel (u.a. Seeadler) und am Schluss sogar eine Büffelherde, die sich dem Wasser nähert. Was für ein Erlebnis!

Das Abendessen geniessen wird im Van, da es etwas nieselt.


Mittwoch, 19. Oktober 2022

Als erstes laufen wir zum nahegelegenen Aboriginal Kulturzentrum, dessen Gebäude die Form einer Schildkröte hat. Wir lernen einiges über die Kultur und die Lebensart der Aboriginals, bevor die westliche Meute über sie herfiel. Sie haben nie Tiere gefangen genommen und gezüchtet oder sich einen Garten angelegt. Sie nahmen sich von der Natur, was diese hergegeben hat, ohne diese auszubeuten. Sobald sie das Gefühl hatten, dass die Natur geschont werden muss, zogen sie weiter. Im Souvenirshop kauften wir uns noch ein paar Mitbringsel (nein, keine Staubfänger! 😊).

Aufgrund des anhaltenden Regens verkrochen wir uns im Restaurant Mimi, wo wir einen Bürotag einzogen. Um die Beine zu «vertrampen» machen wir einen kurzen Spaziergang rund um das Resort. Dieser führte uns noch einmal zum Yellow Water, doch kein Krokodil weit und breit. Für den Apéro und das Abendessen kehrten wir wieder ins Restaurant Mimi zurück, da es immer noch regnete.

Übrigens, Mami wird von ihrer Enkelin Annina «Mimi» genannt. Mimi ist ein feengleiches Wesen, das in den Traumzeitgeschichten der Aborigines vorkommt.


KAKADU NATIONALPARK (Jabiru)

Donnerstag, 20. Oktober 2022

Fahrt: Cooinda nach Jabiru (84 km)

Auf dem kurzen Weg nach Jabiru machten wir noch einen Zwischenstopp beim Nourlangie Rock. Hier machten wir eine Wanderung entlang des Felsens, wo wir ein paar spannende und schöne Aborigine Rock Art bestaunten. Zudem ein von Felsen überdachter kühler Unterschlupf, wo es nur so vor Malereien strotzte. Mittels der Zeichnungen wurde das Wissen von der älteren Generation an die jüngeren übergeben. Sie geschult, welche Tiere sich in der Nähe befinden und wie man sie jagt. Zudem Legenden von Feen und Geistern weitererzählt. Vom Aussichtspunkt hat man einen fantastischen Ausblick über die weite grüne Ebene.

Der zweite Walk führte uns rund um ein fast ausgetrocknetes Wasserloch. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Krokodile am Rand des Wasserlochs gesehen wurden und man vorsichtig sein soll. Also wir sprechen hier von den aggressiven Salzwasserkrokodilen. Entsprechend auf der Hut umkreisten wir den kleinen See und bei jedem rascheln juckten wir zurück. Aber ausser viele Vögel und Wildgänse haben wir keine grossen und gefährlichen Zahnreihen gesehen. Dafür plagten uns andere Viecher … die Fliegen. Die schwirren einem dauern um den Kopf und versuchen in die Ohren und Nasenlöcher zu dringen, um etwas Feuchtigkeit abzukriegen. Kann mir mal Jemand erklären, welchen Nutzen diese Tiere haben? Mir wurde es dann zu bunt und ich montierte das Fliegennetz um meinen Kopf.

Im Campingplatz Jabiru hat jeder Platz mit Strom auch gleich ein eigenes Bad – was für eine Luxuslösung, die wir natürlich geniessen! Es ist wieder sengend heiss und nach den zwei Walks haben wir uns ein Bad im Pool verdient.

Als Abendessen gibt es Grillade mit Kartoffel-Schnitzen und Salat. War wieder mal sehr fein! Danke Mami!


Freitag, 21. Oktober 2022

Das kleine Städtchen Jabiru wollen wir uns heute etwas genauer ansehen. Zuerst geht es um den Stausee, wo wir erstmals den lachenden Hans sehen. Das ist ein Vogel! Der eigentlich lustig lacht, wenn er «zwitschert», jedoch hat er keinen Mucks von sich gegeben. Entlang vom See sehen wir eine Wasserechse, ein paar Wildgänse und viele weisse Papageien.

Im einzigen Lebensmittelladen machten wir einen Zwischenstopp … nicht um was zu kaufen, sondern um uns abzukühlen. Die Sonne brennt unerbärmlich. Für eine oft herumliegende korrigierte Brille (ja, genau die, die ich schon mal verloren hatte) kaufte ich mir ein Brillenetui. So war unser Zwischenstopp im kühlen Laden auch noch erfolgreich. Im Krokodil-Hotel, das die Form eines – genau! – Krokodils hat, schauten wir einen Dokumentarfilm über den Nationalpark und schlenderten durch die Kunstgalerie mit Aborigine-Zeichnungen. Uns wurde gleich von zwei Personen eine kleine Kunstgalerie gleich ennet der Strasse empfohlen, der wir auch noch einen Besuch abstatteten und hier fand ich endlich mal ein kleines Kunstwerk, das mir gefällt. Eine Aborigine-Frau hat einen ca. 70 cm langen Stock traditionell bemalt, der nun wie eine langgezogene Person aussieht. Ich hoffe sehr, dass dieser im Koffer Platz hat, ansonsten muss er dann im Handgepäck mit.

Der obligate Pool-Besuch brachte unsere Körpertemperaturen wieder ins Gleichgewicht.

Innerhalb des Campingplatzes gibt es ein Thai-Restaurant. Nach all den Burgern, Pommes und Pizzas, die wir bis dahin in den australischen Restaurants gegessen haben, «glustet» es uns endlich nach was anderem und wir wurden nicht enttäuscht. Der Thai-Food war fantastisch und der Schokoladenkuchen zum Dessert einfach göttlich!


Samstag, 22. Oktober 2022

Nach einem ausgiebigen Frühstück, für dessen Vorbereitung jeweils Papi zuständig ist, fahren wir an die Grenze zu Arnhem. In Arnhem leben die Aborigines teilweise noch, wie früher und man darf die Grenze nur mit einer Bewilligung überqueren. Über die Strasse zum ersten Tageswalk «secklen» zwei Kängurus vor uns über die Strasse. Bereits vom Strassenrand aus sehen wir schöne Felsformationen. Juhuiii, durch diese sind wir dann auf den Bardedjilidji Walk auch gelaufen. Auch hier wieder Rock Art und Felsvorsprünge, wo sich die Aborigines früher getroffen haben. Wir konnten sogar durch einen Felsentunnel laufen. Plötzlich ein Schild, dass in der Nähe ein Krokodil gesichtet wurde und man nicht mehr weiterlaufen soll. Das Schild wurde zwar bereits vor über zwei Jahren angebracht, jedoch wollen wir die Reise zu Dritt weiterführen, also entschlossen wir umzukehren. Von der anderen Seite gelangten wir dann doch noch an den South Alligator River, der von den Weissen versehentlich als Alligator Fluss bezeichnet wurde, da sie dachten, es handelt sich bei den Reptilien um Alligatoren, dabei waren es ausgewachsene Krokodile. Wir beobachten das Gewässer und halten nach Krokodilen Ausschau. Siehe da, Mami entdeckt eines, das kurz auftaucht. Weiter geht es zur Boots-Rampe, wo Privatpersonen ihre Boote in den Fluss wässern können. Dort merkt dann Papi, dass er seine Sonnenbrille verloren hat. Also laufen Papi und ich zurück bis zur Uferstelle, wo wir das Krokodil gesichtet haben, und da liegt sie am Boden. Uff, Glück gehabt.

Nun fahren wir zu den nahegelegenen Ubirr-Felsen, wo wieder viele Felsmalereien zu bestaunen sind. Es wird an solchen Orten immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich um wichtige und heilige Orte handelt und man sich auch entsprechend respektvoll verhalten soll. Das ist für uns selbstverständlich. Bei einer spannenden Art-Galerie treffen wir auf drei junge Leute, die laut Musik hören, die beiden Jungs ein Bier (morgens um 11.00 Uhr) und die junge Dame ein Glas in der Hand mit vermutlich einem alkoholischen Getränk. Der eine fragt flapsig, ob er ein Foto von uns machen soll. Ich bin kurz angebunden und sage «No». Der andere meint dann: «Ah, das sind Touristen, die verstehen dich nicht und die haben sicher Angst, dass du ihnen das Handy klaust.» Hahaha! Keine fünf Minuten später kommt der eine zurück, an seinem Arm die junge Dame, kreidebleich, kann kaum noch laufen. Er meint zu ihr: «Ich bringe dich zurück zum Auto. Ich hoffe, es geht dir gleich besser.» Karma! Ich denke mal, die war dehydriert … bei über 40° im Schatten trinkt man besser Wasser … viel Wasser!

Ein unebener Felsweg fährt uns auf den Ubirr-Felsen. Von hier oben geniessen wir ohne eine weitere Menschenseele einen fantastischen 360°-Ausblick über die Ebene. 1/3 der Kakadu-Ebene ist während der Regenzeit überschwemmt. Der Kakadu Nationalpark ist halb so gross wie die Schweiz.

Auf dem Weg zurück zum South Alligator River fuhr Mami etwas zu rassig über eine Bremsschwelle (gemäss Wikipedia eine quer zur Fahrtrichtung angeordnete bauliche Erhebung) und «päng», das hintere obere Bett ist aus den Fugen gefallen. Uiuiui … shit … zum Glück konnten wir das Bett einfach wieder in die vorgesehene Schiene hieven.

Bei der Aussichtsplattform auf den River entdeckten wir noch einmal ein Riesenmonster von einem Krokodil. Puuuuhhaaa!

Nach diesem langen Ausflug gönnten wir uns wieder was. Genau – ab in den Pool!

Unser Abendessen bestand aus Takeaway vom Thai mit Schooookooooolaaaadenkuuuuuchen! Heute sind wir früh schlafen gegangen – wir waren alle hundemüde und die angenehme Klimaanlage schnurrt vor sich hin.


DARWIN

Sonntag, 23. Oktober 2022

Fahrt: Jabiru nach Darwin (273 km)

Kaum zurück auf der Strasse sehen wir wieder mal Kängurus am Strassenrand, die erschreckt weghüpfen, sobald wird uns mit dem Auto nähern. Die Landschaft Richtung Darwin ändert sich alle paar Kilometer. Von Moor-Landschaft zur Steppe, von Buschland zu Palmenwald und sobald wir aus dem Nationalpark fahren wieder Landwirtschaft. Darwin ist die Hauptstadt von Northern Territory mit über 150'000 Einwohnern. Sie verteilt sich auf eine ziemlich grosse Fläche, da praktisch alle in einem einstöckigen Einfamilienhaus leben – wie überall in Australien. Hier gibt es noch Platz zum Verschwenden. Wir machen gleich den Grosseinkauf und auf dem Campingplatz ist Waschen angesagt. Ansonsten nichts Aufregendes an diesem Tag, ausser dass Mami am Abend noch Mutter und Kind Opossums angetroffen hat. Das ist ein kleines Beuteltier, das hauptsächlich auf Bäumen lebt.


Montag, 24. Oktober 2022

Wieder mal Bürotag … die Reiseberichte sollen ja auch mal geschrieben werden. Hochladen konnten wir dann aber die Berichte nicht, denn das Wifi ist wie so oft zu schwach.

Am Nachmittag geht es mit dem Bus ins 10 km entfernte Zentrum. Im Bus sind hauptsächlich Aborgines und ein paar verstörte Touristen, denn die Ureinwohner sind laut. Der Buschauffeur schreit mehrmals in den Bus, dass jetzt aber mal Ruhe herrschen soll. Darwin ist keine schöne Stadt. Sie wurde im 1974 von einem Zyklon praktisch vollständig zerstört. Danach wurde die Stadt wieder aufgebaut und dies - meiner Meinung nach - mit dem scheusslichen Architektur-Stil der 70er-Jahre. Im Zentrum finden Mami und ich gleich einen Coiffeur. Mein Silberstreifen (nicht am Horizont) muss ausgebessert werden und Mamis Frisur ist keine Frisur mehr. Die lustige Südkoreanerin schnippelt Mami eine peppige Kurzhaarfrisur für AUD 50.- (ca. CHF 31.-) und bei mir kostet es AUD 100.- (ca. CHF 63.-). Papi kauft sich während dieser Zeit ein paar neue Schlappen. Danach geht es zur neu gebauten Waterfront, wo Land aufgeschüttet wurde und ein Inland-Meer-Bassin sowie Pool mit vielen Restaurants entstanden ist. Die Aussicht gönnen wir uns vom Pub und zum Abendessen gibt es ein gutes Stück Fleisch. Um 21.00 Uhr mit dem vollbepackten Aborigines-Bus zurück zum Campingplatz.


LITCHFIELD NATIONALPARK

Dienstag, 25. Oktober 2022

Fahrt: Darwin nach Florence Falls/Litchfield Nationalpark (158 km)

Auf dem Weg in den Litchfield Nationalpark machen wir einen Zwischenhalt bei den Berry Springs. Dort befinden sich verschiedene Naturpools mit kristallklarem Wasser. Überall wieder Warnschilder, dass Süsswasser-Krokodile herumschwimmen könnten. Aha! Wir sind ganz alleine bei den Pools. Beim ersten Pool getrauten wir uns noch nicht ins Wasser, doch beim zweiten konnten wir dem frischen Gewässer nicht widerstehen. Wir blieben aber ganz nah am Ufer, so dass wir rasch zu Leiter schwimmen, die vier Stufen erklimmen und uns auf sicheres Terrain retten könnten. 😉 Genau!

Wir machten noch einen kurzen Zwischenhalt im Ort Bachelor, wo wir für heute Abend via W-Lan einen staatlichen Campingplatz mitten im Park buchten – ohne Stromanschluss … wir wollten es wieder mal riskieren ohne Klimaanlage zu schlafen. Der Litchfieldpark ist u.a. bekannt für seine tausenden von Termitenhügel. Es gibt zweierlei verschiedene Arten von Termitenhügel:

1. Magnetic: Die haben eine genaue Nord-Süd-Ausrichtung und sind ganz schmal gebaut, so dass möglichst wenig Sonnenlicht auf den Bau scheint und so das zu Hause der Termiten schön kühl bleibt.

2. Cathedral: Die haben mehrere Kathedralen-Kuppeln auf den Haufen und sind teilweise bis zu 6 m hoch.

Es ist wieder so heiss, dass wir uns unverzüglich in die Badehosen stürzen und via einem steilen Weg mit teilweise Treppen 20 Minuten zu den Florence Fällen laufen. Es gibt zwei Wasserfälle, die in ein ziemlich grosses rundes Wasserloch fallen. Es sind schon einige Leute im Becken und mitten im Seelein gibt es sogar einen Felsen, wo man sich hinsetzen kann. Mann, tut das gut! Nach dem Bad meinte Papi, es hätte ihn was gestochen und dann habe er sowas wie einen Dorn aus seinem Bein gezogen. Was?? Was könnte denn das gewesen sein? Ich getraute mich jedenfalls nicht mehr ins Wasser. Zum Glück war es auch nichts Schlimmeres. Es hat nur kurz etwas geblutet.

Am späten Nachmittag machten wir uns noch auf zum Buley Rockhole. Der Weg führte zuerst durch einen schönen Regenwald, danach dem Bächlein entlang und am Schluss noch durch offenes flaches Land, das mit Bäumen und Sträuchern durchzogen war. Die Badegelegenheiten verteilten sich über den gesamten Bach, der alle paar Meter durch einen Wasserfall durchzogen ist und jeweils in kleinen Wasserbecken mündet. Auch hier heisst es: Ab ins kühle Nass. Im unteren Becken sehen wir eine ca. 80 cm lange Wasserechse … die soll ruhig dableiben. Ich machte mir schon Gedanken, wie ich aus dem Becken wieder rauskomme, da der Einstieg doch eher tricky war. Doch als die Echse in unser Becken wechselte, war ich in Rekordtempo wieder aus dem Becken. Uff!

Auf dem Weg zurück zum Campingplatz verfolgten mich viele Stechmücken, die leider auch sehr erfolgreich waren. Scheiss Viecher!

Der Campingplatz ist sehr einfach, doch es gibt sogar Duschen, die wir nach dem raschen Marsch zurück ins Camp gerne nutzen – wir waren total durchschwitzt aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit.

Es ist auch abends immer noch sehr warm – das kann ja heiter werden.


NITMILUK NATIONALPARK (Katherine Gorge)

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Fahrt: Litchfield Nationalpark nach Katherine Gorge (398 km)

Yep, das war die letzte Nacht, die wir in diesem warmen Klima ohne Klimaanlage verbrachten. Es ist schlichtweg zu heiss und wir müssen uns das ja nicht antun.

Bei den Wangi Falls machten wir eine schöne Rundwanderung, die uns via Bäumen voll von Fledermäusen (Mensch, das stinkt!) auf den Punkt führt, von wo das Wasser über 50m in die tiefe stürzt. Das Becken ist leider zum Baden gesperrt – weshalb das so ist, haben wir nicht herausgefunden. Vielleicht zu viele Krokodile?? So gönnten wir uns zur Abkühlung eine Glace, das im nahen Restaurant angeboten wird.

Ist das nicht eine perfekte Blume?

Den Tolmer Fall bewundern wir von der Aussichtsplattform, bevor es wieder aus dem Park geht. Unterwegs erlitten wir noch einen Steinschlag … also nicht wir, sondern die Frontscheibe von Donkey. Sie wurde von einem Kieselstein, der von einem entgegenkommenden Auto herumgespickt wurde, getroffen und so hat diese nun ein «Näggi». Da die Scheibe nicht durch die Versicherung gedeckt ist, kommen bei der Abgabe des Vans dann leider Mehrkosten auf uns zu. Blöd!

Unseren Mittagshalt verbrachten wir im kleinen historischen und verschlafenen Pine Creek. Danach stand schon der nächste Wasserfall auf dem Programm, und zwar die Edith Falls im Nitmiluk Nationalpark. Dieser befindet sich nicht beim selben Park-Eingang wie das heutige Ziel, den Katherine Gorge, deshalb mussten wir noch einen kleinen Umweg fahren. Wow, wieder ein sehr schönes Bassin lud uns zu einem kurzen Bad ein.

Auf dem Rückweg zum Van vermisste Mami plötzlich ihren Sonnenhut. Papi machte sich auf die Suche. Nach 5 Minuten kommt er zurück – ohne Hut. Papi und ich machten uns noch einmal gemeinsam auf die Suche. Doch auch wir waren erfolglos. Kann ja nicht einfach weg sein – wir waren nur auf dem Weg, den wir nicht verlassen haben. Mami und Papi machten ich dann auch noch einmal auf, während ich Richtung Auto lief. Und siehe da, da lag der grüne gute getarnte Hut am Wegesrand. Genau dort, wo Mami meinte, sie hätte den Hut verloren. Ende gut, alles gut! Und schon das nächste Malheur – ich riss aus Versehen das Kabel aus dem Navigerät, so dass der Stecker gleich abbrach. Suuupper! So machten wir uns erst während der Abenddämmerung auf den Weg zum Katherine Gorge. Bei Abenddämmerung zu fahren, versuchen wir immer möglichst zu verhindern, da dann am meisten Wildtiere aktiv sind und diese sich Kamikaze mässig auf die Strasse stürzen. Katherine Gorge erreichten wir bei totaler Dunkelheit – um 18.15 Uhr ist es bereits Nacht. Wir haben wie so oft nicht gebucht und das Check-in ist bereits geschlossen. Auf der Homepage ist jedoch vermerkt, dass man einfach in den Campingplatz fahren und sich einen Platz aussuchen kann man erst am darauffolgenden Tag bezahlt.

Als hätten wir in den letzten Tagen noch zu wenig Wasser an unseren Körpern gespürt, konnten wir es uns nicht verkneifen uns im schönen Pool noch etwas abzukühlen.

War es nicht schon genug Pech an diesem Tag (Steinschlag, Hut, Navi)? Nun bemerkten wir kurz vor dem Schlafen gehen, dass wir keinen Strom im Van haben. Papi überprüft das Kabel und die beiden Anschlüsse, doch alles sieht normal aus. Aber es fliesst kein Strom. Eine andere Steckdose bringt dann auch nicht den erhofften Erfolg. Mann-o-mann, das auch noch … Dann bemerken wir, dass nicht nur wir keinen Strom haben, sondern dass es ringsherum stockdunkel ist. Aha, Stromausfall! Hoffen wir mal, dass es bald wieder Strom gibt und so unsere Klimaanlage funktioniert. Und siehe da, nach ca. 40 Minuten ist wieder alles gut. Da wir Solarzellen auf dem Dach haben, funktioniert eigentlich fast alles – nur die Klimaanlage und die 230V Steckdose, um u.a. unsere Laptops aufzuladen, funktionieren ohne Stromanschluss nicht. Die Handys können wir an den zwei USB-Steckdosen aufladen. Eigentlich eine sehr clevere Sache!


Donnerstag, 27. Oktober 2022

Beim modernen und schönen (und vor allem kühlen) Visitor Center melden wir unseren Aufenthalt an. Wir bleiben zwei Nächte. Ein schöner Walk, der uns eine kurze Zeit entlang dem Katherine River und danach via Treppen auf die Schluchtkante mit schöner Aussicht führt, wird mit der Sichtung vom Vogel Kookabarru (der lachende Hans) und einer Känguru Familie abgerundet.

Im Visitor Center geniessen wir ein sehr feines Mittagessen, bevor es auf die zweistündige Bootstour geht. Wiederum ein sehr origineller Ranger begleitet uns und informiert spannend mit einem gewissen Schalk über Fauna und Tierwelt. Die Katherine Gorge ist eine Schlucht, die in 9 Abschnitten aufgeteilt ist. Zwischen den Abschnitten fliesst kaum Wasser resp. diese werden durch grosse Felsen unterbrochen, so dass man jeweils von einem Abschnitt zum anderen laufen muss. Unsere Bootstour führt aufgrund des tiefen Wasserspiegels (die Regenzeit steht ja kurz bevor) nur über zwei anstatt drei Abschnitte. Zwischen dem Abschnitt müssen wir ca. 600 m bis zum nächsten Boot laufen. Dazwischen dürfen wir noch eine Aborigine Rock Art weit oben im Felsen bewundern. Die Flussbiegungen und hohen Felswände sind wahnsinnig fotogen und wir kommen kaum aus dem Staunen heraus.

Als Abschluss noch ein Sprung in den Pool, denn auch im Katherine River ist Baden aufgrund von Salzwasser-Krokodilen verboten.

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