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Südwest-Australien (Bericht 10)

Leicht bekleidete Damen in der Minenstadt, Stonehenge am anderen Ende der Welt, Fasnachts- aka Weihnachtsumzug, eine alte Walstation, wunderschöne Strände und ein Campervan, der wieder ein paar Zicken macht. Unsere letzten Tage mit dem Campervan führte uns entlang der Küste von Südwest-Australien.



KALGOORLIE

Donnerstag, 8. Dezember 2022

Fahrt: Caiguna nach Kalgoorli (556 km)

Papi: «09.15 Uhr … gute Zeit um den langen Reisetag zu starten.» Mami und ich: «Häää, 09.15 Uhr? Es ist 08.15 Uhr!» Deshalb sieht man auch noch leichte Augenringe bei Mami und mir. 😉 Das Handy von Papi zeigt eine falsche Zeit an. Flugmodus raus und schwups ist es auch bei ihm 08.15 Uhr. Unmittelbar beim Roadhouse in Caiguna beginnt die längste gerade Strecke Australiens. 146.6 km ohne eine winzige Biegung. Wir überlassen Mami die Ehre, diese Strecke zu fahren.

Der Himmel ist von schweren grauen Regenwolken bedeckt und bald regnet es sintflutartig. Nun sehen wir auch die Funktion der in der Mitte gewölbten Strasse, so dass das Wasser an den Strassenrand fliesst und es sich dann in den gepflügten Landrinnen sammelt und versickert. Doch die schweren Roadtrains haben teilweise Strassenrinnen hinterlassen, grosse Pfützen bilden und wir am Strassenrand halten müssen, weil die Gefahr von Aquaplaning zu gross ist. Wir müssen sogar heizen, weil die Temperatur nur gerade mal 12° erreicht.

Mein gescheites App zeigt nach ein paar Hundertkilometer eine Sehenswürdigkeit am Strassenrand an. Ideal, um uns die Beine zu «vertrampen». Ein paar Hundert Meter hinter dem Parkplatz wölbt sich ein flacher Fels aus dem Boden. Die Erosion hat ein paar kleine Wasserlöcher hervorgebracht, ähnliche wie wir sie bereits im Kakadu Nationalpark gesehen haben. Auch hier haben die Aborigines die Löcher zur Regenwassersammlung verwendet. Der Fels ist von vielen gelben Wildblumen umrahmt und nach dem Regen klart der Himmel auf und zeigt sich tiefblau mit ein paar weissen Wolkenstreifen.

Nach über 1'600 km durch die Nullabor erreichen wir an der T-Kreuzung Norseman. Wir sind erstaunt, dass wir – trotz der vielen gelben Warnschilder – kein einziges Tier gesehen haben, nicht einmal ein Känguru. Nun fahren wir Richtung Norden in die Minenstadt Kalgoorlie. Das Thermometer zeigt 37 Grad an. Phuuu, das sind nach langen kühlen Wochen wieder mal so richtige australische Temperaturen. Kurz vor der Stadt fahren wir auf einen kleinen Hügel um einen guten Ausblick auf den riesigen weissen und topfebenen Salzsee zu haben, wo tatsächlich Salz abgebaut wird.


Der Charme unseres Campingplatzes lässt etwas zu wünschen übrig, jedoch bietet er alles, was wir brauchen, inkl. einem kühlen Pool. Der anscheinend letzte Platz (wieder mal Glück gehabt) ist nur mit Ensuite-Bad zu mieten und so gönnen wir uns noch einmal diesen Luxus. Nach tagelanger Einöde zieht es uns rasch in die Stadt. Da der öffentliche Verkehr ziemlich schmal organisiert ist, müssen wir mit dem Van in die Stadt fahren. Die Hauptstrasse im Zentrum ist ein breiter Boulevard, mit grossen Parkplätzen direkt vor den Häuserzeilen. Die Stadt ist sehr geschichtsträchtig und seit fast 150 Jahren strömen hauptsächlich Männer hier her, um bei der Goldsuche ihr Glück zu finden. Entsprechend gibt es auch viele historische Gebäude, Pubs und anscheinend auch viele Bordelle (habe keines entdeckt).

Wir laufen die Strasse runter und rauf. Viele Ramschläden, viele leere Ladenlokale. Das erste Pub (Exchange) sog uns regelrecht in sein Inneres. Es ist dunkel, die Fenster-Jalousien geschlossen, so dass die heisse Sonne nicht in den Raum dringen kann und die Hitze mit sich bringt. Es ist angenehm kühl. Wir laufen durch den Raum, der im Zentrum von einem grossen Bartresen beherrscht wird. Wir entscheiden uns für einen Tisch gleich beim Eingang. Papis Blick ist auf die beiden Frauen hinter dem Bartresen gerichtet. Ich konnte meinen Augen fast nicht trauen. Die beiden jungen, hübschen Blondinen haben nichts an ausser Unterwäsche und Strapse. Ähhmm, uiuiui, ups … ich schaue mich kurz um, ob sich noch andere Frauen im Pub befinden, um sicher zu gehen, dass es nicht unschicklich ist als Frau in diesem Lokal zu sein. Doch Fehlalarm, es befinden sich noch andere Frauen im Pub und es scheint ganz normal zu sein, dass sich die beiden Damen so kleiden. Ooookay, das ist spannend. Wir bestellen unser kühles Bier, das direkt aus dem Zapfhahn mit den gefrorenen Zuleitungen kommt. Ahhh, das tut gut … unsere Kehlen waren ziemlich ausgetrocknet. Am Tresen komme ich mit einem Minenarbeiter aus Irland ins Gespräch. U.a. kommen wir auch auf die leichte Bekleidung der Bar-Mitarbeiterinnen zu sprechen, die Skimpies genannt werden. Seit den 70er-Jahren ist es in manchen Pubs in Kalgoorlie Tradition. Mein Gesprächspartner hat grosse Achtung vor den Frauen, denn sie müssen dazu anregen, dass der Zapfhahn nie stillsteht, jedoch auch klare Grenzen setzen, denn berühren ist Tabu. Das Trinkgeld klemmen sich die Frauen selber an ihre Unterwäsche. Zudem erfahre ich vom Irländer, dass er seit 15 Jahren in der Goldmine arbeitet, heute jedoch sein letzter Arbeitstag vor seinen Ferien ist, denn er wird nach Jahren wieder mal seine betagten Eltern in Irland besuchen. Deshalb dürfe er sich heute auch die Kante geben – also nicht wegen den Eltern, sondern wegen den Ferien. Denn jeden Morgen werden die Kumpels einem Alkohol-Test unterzogen, somit ist nach Feierabend extensives Trinken nicht möglich. Er empfiehlt mir zudem hier im Pub zu essen, denn das Essen sei fantastisch. Und dem ist auch definitiv so. Das überbackene Schnitzel mit den Pommes Frites ist hervorragend. Die Live-Band, die ab 21.00 Uhr auftritt, müssen wir leider sausen lassen, denn wir sind schichtweg zu müde.


KALGOORLIE

Freitag, 9. Dezember 2022

Heute ist wieder mal Bürotag angesagt. Es ist sehr heiss, fast 40° und deshalb wollten wir die Markise am Van herausdrehen. Plom, die eine Verstrebungsstange hat sich gelöst. Da fehlt eine Schraube (nicht die Einzige, die diesem Van fehlt! 😊). Also müssen wir improvisieren. Doch der Wind weht teilweise so stark, dass es die Markise hebt und wir befürchten müssen, dass noch was brechen könnte. Also wieder einziehen und wir verziehen uns hinter den Van, wo wir etwas Schatten finden. Zum Abkühlen begeben wir uns in den sehr kühlen Pool – eine Wohltat! Dem Van-Vermieter Darrell berichte ich, dass nicht nur die Markise defekt ist, sondern sich während dem Fahren auch der Deckel des Aussenstromanschlusses verabschiedet hat. Zudem beichte ich ihm, dass wir das Treppli verloren haben und es nun im Auto liegt. Zudem funktioniert auch die Spülung des WCs nicht mehr. Aha, da muss man Wasser direkt beim WC-Tank einfüllen … gut zu wissen!

Gegen Abend, sobald es etwas abkühlt, begeben wir uns zum Super Pit Lookout. Der Tagebau erstreckt sich über 3.5 Kilometer Länge, 1.5 Kilometer Breite und ist über 600 Meter tief. Er ist damit flächenmäßig Australiens grösstes Goldbergwerk. Eine unglaublich grosse Grube. Wir halten unsere Köpfe an den Maschendrahtzaun und staunen. Es ist bereits 18.30 Uhr und es wird immer noch gearbeitet – die Lichter der Lastwagen brennen. Hier wird während 365 Tagen an sieben Tagen jeweils 24 Stunden gearbeitet und das jeweils in 12 Stunden Schichten! Jedes Jahr werden nach den Sprengungen 15 Millionen Tonnen Gestein von riesigen Baggern in noch grössere Muldenkippern, mit einer Ladekapazität von 225 Tonnen, verladen. Wahnsinn!

Auch heute zieht es uns ins Zentrum der bodenständigen Stadt und wir ernennen das Exchange zu unserem Stamm-Pub. Wieder sehr gut gegessen und diesmal haben wir auch noch ein paar Lieder der Live-Band mitgekriegt.


ESPERANCE

Samstag, 10. Dezember 2022

Fahrt: Kalgoorlie nach Esperance (414 km)

Wir machen einen kleinen Umweg über die historische Goldstadt Coolgardie, die ihren alten Glanz vor langer Zeit bereits verloren hat und fast ausgestorben ist.

Unterwegs begleitet uns für eine kurze Teilstrecke ein langer Güterzug mit 150 Wagon und 4 Lokomotiven. Auch das eine Superlative!

Im Esperance Seafront Caravanpark beziehen wir einen schönen erhöhten Eckplatz mit Meersicht. Fantastisch! Doch der Wind ist sehr frisch, so dass wir uns wieder nur mit 17° begnügen müssen. Den Apéro geniessen wir aber draussen, warm eingepackt in unseren Daunenjacken, während die Kinder im Swimmingpool plantschen. Brrr!


ESPERANCE

Sonntag, 11. Dezember 2022

Unterwegs zu unserem Tagesziel Cape Le Grand Nationalpark stoppen wir in Stonehenge. Ja, richtig gelesen, hier gibt es eine original getreue Nachbildung des in Südengland stehenden Bauwerkes. Faszinierend … einerseits wie man auf die Idee kommt, so was nachzubauen und andererseits, dass sowas überhaupt nachgebaut werden kann. Die Bauzeit betrug acht Monate und dazu mussten schwere Baumaschinen aus Kalgoorlie anrücken, damit es überhaupt möglich war die teilweise bis zu 50 Tonnen schweren Steinblöcke an den richtigen Ort zu platzieren. Man stelle sich mal vor, wie das originale Stonehenge ohne irgendwelche technischen Mittel gebaut wurde. Unglaublich!


Der Cape Le Grand Nationalpark liegt direkt am Meer und mehrere wunderschöne Buchten ziehen die Touristen in den Bann. Die Lucky Bay ist ein perfekter halbmondförmiger Strand mit türkisblauem Wasser. MaPa liessen sich von den eher kühlen Temperaturen nicht abhalten und badeten im Meer, während ich «Gfrörli» als Fotografin agierte.

Auch Hellfire Bay war wunderschön.

Endlich wieder mal wandern. Der Frenchman Peak ist ein imposanter hochaufragender halbrunder Felsen. Ganz oben ein grosses Felsenloch. Gutes Schuhwerk ist gefragt, also Wanderschuhe montieren. Der Anfang war easy, ein breiter Weg führt bis zum Felsen. Ein Wanderer auf dem Rückweg warnte mich noch vor einer Schlange, die sich auf halber Höhe mitten auf dem Weg räckelt. Oooookay, wir passen auf. Der gut markierte Weg führt steil über den Felsen, direkt auf den Gipfel. Auf halbem Weg ziehen Regenwolken auf … nicht gerade günstig, um auf dem Weg sicher zu laufen. Mami entscheidet sich dann vernünftigerweise bei ein paar Gebüschen auf uns zu warten, während Papi und ich uns manchmal auf allen vieren fortbewegen. Es beginnt zu nieseln und dann auch zu regnen. Bei einer Höhle suchen wir kurz Unterschlupf, doch wir möchten nicht, dass Mami zu lange auf uns warten muss. Wir werfen noch einen Blick durch das riesige Loch im Felsen, der den Blick zur Küste freigibt, bevor uns der Ehrgeiz packt, um doch noch den Gipfel zu erklimmen. Oh, diese Wanderung gefällt mir – etwas Abenteuer und dafür werden wir mit dem schönen 360°-Ausblick belohnt. Zum Glück hat es rasch wieder aufgehört zu regnen und der Felsen trocknet ab. Auf dem Rückweg kreuzt noch eine grosse Echse unseren Weg. Imposante, diese Urviecher. Uns begegnet ein weiterer Wanderer, der uns versichert, dass Mami immer noch am selben Ort auf uns wartet. 😊 Wir sind rasch wieder bei Mami und schon geht es zurück Richtung Van. Ein Mann in Flipflop fragt uns kurz vor dem Parkplatz, wo der Weg auf den Gipfel ist. Ich schaue seine Schuhe an und meinte: «Direkt steil aufwärts und ich sei nicht sicher, ob er es mit seinem Schuhwerk schaffe.» Er läuft dann weiter … ich denke mal, sobald er an die Felswand kommt, musste er umkehren.

Wir möchten rasch zurück nach Esperance, da ein Weihnachtsumzug stattfindet. Unterwegs läuft uns noch eine Maus vor dem Van durch … nach langer Zeit wieder mal ein Wildtier, wenn auch ein kleines. 😊

Es sind ziemlich viele Leute unterwegs und um einen geeigneten Parkplatz zu finden, müssen wir etwas herumkurven. Aha, hier in der Ecke am Strassenrand gibt es einen genügend grossen und vor allem ebenen Parkplatz, so dass wir uns keine Gedanken machen müssen, ob das Auto nach der Parade noch hier steht, weil ev. die stark angezogene Handbremse vielleicht doch einmal versagt. Wir montieren unsere Nikolaus-Mützen und stellen uns zusammen mit den anderen hunderten von Zuschauern gespannt an den Strassenrand. Da kommt ein mit Weihnachtsgirlanden dekorierter Müllwagen daher, danach eine Blasmusik, ein Anhänger mit Kinder-Engel, ein altes Feuerwehrauto, ein Oldtimer mit lauter Weihnachtsmusik, eine Sportgruppe, die sich als Fische verkleidet haben … kunterbunt. Wie Fasnacht, aber improvisiert. Naja!

Es gibt sogar einen Weihnachtsmarkt mit Handwerker- und Foodständen. Wir schlendern hindurch und verköstigen uns. Speziell an diesen Märkten ist, dass nie Alkohol ausgeschenkt wird. Glühwein (naja, macht im Sommer eh keinen grossen Sinn) oder ein Bier kann man nicht kaufen. Alkohol kriegt man nur in den Bottleshops, in lizenzierten Restaurants oder zu Hause, aber nie an einem Stand in der Öffentlichkeit.

Zurück beim Auto hat jemand mit seinem Finger auf unser dreckiges Auto geschrieben: Good parking, Ashole! Gut geparkt, A….loch! Ähm, was ist denn los? Ups, wir stehen genau auf dem Fussgängerdurchgang, um die Strasse zu überqueren. Sorry!


ALBANY

Montag, 12. Dezember 2022

Fahrt: Esperance nach Albany (518 km)

Der erste Fahrabschnitt verbringen wir auf dem Great Ocean Drive (nicht zu verwechseln mit Great Ocean Road, die sich in Victoria befindet) –entlang von Traumstränden inkl. Halbmond-Form, türkisblauem Wasser und feinem weissen Sandstrand. Zusammen mit dem klaren sonnigen Himmel ist es schon fast kitschig. In diese Region werde ich definitiv noch einmal reisen, und zwar im Hochsommer, wenn die Chancen auf Badewetter am besten stehen. Wir fahren auch am Pink Lake vorbei, der jedoch seit einigen Jahren aufgrund der Veränderung des Ökosystems nicht mehr rosa ist. Schade!

Im beschaulichen Dorf Ravensthorpe machen wir Halt im berühmten Candy-Shop. Der Shop liegt direkt an der Strasse und ist mit dem farbigen Dach und dem ca. 4 m grossen Lolly kaum zu übersehen. Der Laden scheint auch populär zu sein, denn praktisch jeder Durchfahrende hält an, um sich für die lange Weiterfahrt mit Süssem einzudecken. Auch wir bedienen uns an der Selbstservice-Theke, so dass jeder mit seinem eigenen Säckli Süssigkeiten herausläuft. Zudem gönnten wir uns noch ein Softice.

Wir fahren wieder an grossen Getreidefeldern vorbei, die meist schon geerntet sind. Das Getreide wird in riesigen Depots zwischen gelagert, bis die grossen Roadtrains dieses abholt und zum nächsten Hafen fahren, wo sie dann Richtung China verschifft werden. Australien rechnet im 2022 mit einer Rekordernte.

Vor Albany sehen wir auf den offenen Flächen viele Kängurus. Wir sind immer wieder aufgeregt, wenn wir welche entdecken. Sind halt schon coole Viecher.

In Albany campen wir direkt am Meer, jedoch gibt es keine Meersicht, wegen einem hohen Zaun. Könnte sein, dass dieser aufgrund des zügigen Windes gebaut wurde, der während unserem gesamten Aufenthalt weht.


ALBANY

Dienstag, 13. Dezember 2022

Nach einem gemütlichen Vormittag fahren wir zum naheliegenden Torndirrup Nationalpark. Dieser ist vor allem bekannt für The Gap und Natural Bridge. The Gap ist eine breite Lücke im Felsen direkt am Meer, wo die raue See dauernd die Gischt an die Felswand schlägt. Neuerdings ragt eine Plattform über den The Gap, so dass man direkt hineinschauen kann und die Wucht der Natur spürt. Die Natural Bridge ist eine natürliche Felsbrücke, die über dem Seewasser thront. Wir laufen auch zu den Blowholes, wo je nach Stärke der Wellen Luftstösse zwischen den Felsspalten hindurch zischen. Es sieht so aus, als wäre die Kraft der Wellen zu wenig stark. Ich schaue in die Spalte hinein und plötzlich macht es: Schhhhhhhh! (Also eher ein Grollen, wie in einem Horrorstreifen, als ein Schhh, wenn man das Baby zum Schlafen wiegen möchte.) Manno, bin ich erschrocken. Leider zeigt sich das Naturschauspiel nur gerade einmal.

Später gehen wir zum Walmuseum. Eine alte Walstation, wo bis 1978 noch Wale für ihr Fett, aus dem dann Öl gemacht wurde, abgeschlachtet wurden. Heute unvorstellbar, doch damals waren das für die Region sehr wertvolle Arbeitsplätze. Es brauchte 10 Jahre, bis sich Albany von der Schliessung erholte und Ersatz-Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Heute ist es ein spannendes teilweise interaktives Museum. Man kann das letzte Walfang-Schiff besichtigen, es gibt Filmmaterial, das zeigt, wie damals beim Fang und beim Ausnehmen der Tiere vorgegangen wurde (nichts für schwache Nerven) und eine Halle mit dem Skelett eines Blauwales, das grösste Lebewesen der Erde.

Auf der Rückfahrt halten wir unterwegs, um die grasenden Kängurus zu beobachten. In Albany müssen wir noch ein paar Lebensmittel besorgen. Auf dem Rückweg zum Auto stolpern wir für das Feierabendbier ins Pub 😊 und bleiben gleich für das Abendessen sitzen.


WALPOLE

Mittwoch, 14. Dezember

Fahrt: Albany nach Walepole (135 km)

Unterwegs halten wir im herzigen Denmark, wo wir entlang der alten renovierten Häuser schlendern, wo Galerien, Läden und Cafés sich abwechseln. Wir machen einen Kaffee- und Kuchen-Halt in einem gemütlichen halb offenen Restaurant, wo sich das halbe Dorf zu versammeln scheint. Denmark ist von einer alternativen Szene bevölkert– mir gefällt der Vibe.

Wieder zurück auf der Strasse sichten wir unvermittelt eine Schweizerfahne am Wegesrand. Auf einem Plakat wird Swiss Annie’s Chocolate Company angekündigt. Nichts wie hin. Das schmucke Anwesen mit der hier in Australien typischen Holzveranda und dem schön angelegten Garten mit den blühenden Blumen lädt zum Verweilen ein. Wir entdecken Annie gleich und sprechen Sie an. Annie ist ursprünglich aus dem Emmental und ist vor 45 Jahren ausgewandert. Zusammen mit ihrem englischen Ehemann führt die 73-jährige Dame die kleine Schokoladenfabrik. Sie möchte jedoch das Anwesen verkaufen und etwas kürzertreten, doch der Verkauf scheint sich dahin zu ziehen. Sie staunt nicht schlecht, als wir ihr von unseren Stationen auf unserer Reise berichten. Sie habe es in den über vier Jahrzenten noch nie weiter als Perth und Südwestaustralien geschafft. Das ist irgendwie traurig und sie macht auf mich einen erschöpften Eindruck. Ich würde ihr einen geruhsamen Lebensabend gönnen.

Das Sommerwetter macht nach wie vor nicht wirklich mit, doch wir lassen uns davon nicht die Laune verderben. Um an den Strand der Elephant Rocks zu kommen, müssen wir uns zwischen einer Spalte entlang hangeln. Um beim letzten Abschnitt nicht nasse Füsse zu kriegen, muss man auf Steinen balancieren. Es herrscht Flut und kleine Wellen erhöhen das Wasserlevel jeweils. Schwups und schon habe ich nasse Turnschuhe. Suuuper! Papi versucht es dann auch, muss aber lange mit den Füssen auf einem kleinen Felsen ausharren, während er sich an der Felswand abstützt … das sieht ungemütlich aus. Aber er schafft es ohne nasse Füsse. Mami zieht dann die Schuhe aus und watet durchs Wasser … auch eine Lösung. Der Strand wird von grossen abgerundeten Felsen flankiert, die aussehen wie Elefanten. Das Wasser ist auch hier glasklar. Wir geniessen den Strand, an dem sich nur ganz wenige andere Besucher tummeln. Plötzlich entdeckt Mami einen Schatten im seichten Wasser. Was ist denn das? Oh, eine Stachelroche! Cool! Jetzt weiss ich auch, weshalb die Strandbesucher sich auf die Felsen begeben und Ausschau halten … so sind noch mehr Rochen zu sehen. Wir entdecken noch einen anderen Zugang zum Strand, wo man keine nassen Füsse kriegt.

Es ist eine kurze Wander-Strecke zum Greenpool, der in vielen Instagram-Beiträgen als schönster Strand Australiens angepriesen wird. Wäre er sicherlich, doch nur bei Sonne und blauem Himmel. Der Himmel ist wieder einmal bedeckt und ein kühler Wind weht. Ein asiatischer Tourist hantiert zwischen den Felsen herum und bringt zwei Krabben – ein Männchen und ein Weibchen – zum Vorschein. Oho! Wir entdecken dann noch eine Black Skink Echsenfamilie, die sich auf dem Felsen «sonnen». Die Kaltblüter nutzen jede Gelegenheit, um sich tagsüber aufzuwärmen. Aufgrund der vorgelagerten Felsen ist das Meer auch hier sehr ruhig und es wäre sicherlich ein toller Badestrand. Wir versuchen zwischen den Felsen zu picknicken – nicht gerade gemütlich bei diesem Wind und wir beschleunigen die Essensaufnahme.

Kurz vor Walpole befindet sich der gemütliche Wald-Campingplatz. Bei der Reception tummeln sich ein paar Kängurus. Vor uns checkt ein Franzose ein, der auf der Suche nach einem Wasserkübel ist. Oh, da können wir gerne aushelfen. Wofür er diesen denn benötigt? Um seine lädierten Füsse zu baden. Er sei 700 km entlang der Küste von Perth nach Walpole gelaufen und nun plagen ihn Blattern. Respekt, da helfen wir doch gerne aus! Der Campingplatz ist grosszügig angelegt und nur spärlich besetzt. Es herrscht eine sehr relaxte Atmosphäre, genauso wie wir es lieben. Heute ist grillieren angesagt. Das 750 g Steak passt kaum auf die Grillplatte. Für den Verdauungsspaziergang laufen wir noch zum Strand, wo eine schöne Abendstimmung herrscht.


BRIDGETWON

Donnerstag, 15. Dezember 2022

Fahrt: Walpole – Bridgetown (197 km)

Ein grosses Känguru hoppelt auf dem Campingplatz hin und her und ist wohl auf der Suche nach seinen Freunden.

Wir fahren mitten durch grosse Wälder und die Bäume werden immer grösser. Ein Zeichen, dass wir uns in den Karri-Wäldern befinden. Die Karri-Bäume werden bis zu 70 m hoch und haben einen Umfang von 20 m. Am besten sieht man sie auf dem Top Tree Walk im Valley of the Giants. Der 400 m lange Baumwipfelpfad führt bis auf eine Höhe von 40 m. Ein kurzer Pfad führt auch bodennah entlang der Bäume, wobei die Bäume mittels Zaun abgegrenzt sind, denn sie haben es gar nicht gerne, wenn man ihnen auf die Füsse … äh auf die Wurzeln tritt.

Zurück auf dem Parkplatz gelingt es Mami endlich das kleine Vögelchen mit dem markanten blauen Kopf zu fotografieren.


Mein gescheites App kündigt eine weitere spannende Sehendwürdigkeit an. Der fast 50 m hohe Diamond Tree diente bis in die 70er-Jahre als Feuerausguckbaum. Dazu wurde eine Plattform in den Wipfeln gebaut. Bis 2019 konnte man als Tourist den Baum erklimmen, doch das war eine echte Mutprobe, denn man hangelt sich entlang der vertikal eingeschlagenen Eisenstäbe hoch und das ohne Geländer, geschweige denn Sicherung. In der Region gibt es noch zwei solcher Bäume, die man erklimmen kann. Vor über 20 Jahren getraute ich mich da noch hoch…

Ausserhalb des beschaulichen Bridgetown finden wir einen schönen Campingplatz, etwas erhöht über dem Fluss. Vom superfreundlichen Campingplatz-Betreiber erhalten wir ein superschönes Plätzchen. Die Aussicht über den Fluss ist grandios. Wir machen uns parat, um ins Dorf zu laufen und ziehen auch schon los. Doch nach ein paar Metern kommen wir gemeinsam zum Schluss, dass wir den Abend auf unserem schönen Campingplatz verbringen sollten. Also rechts umkehrt und schon steht der kühle Rosé auf dem Tisch. Nach dem Abendessen aus der Campingküche zieht es uns dann doch noch ins Dorf und ins Pub für einen kühlen Drink.


BIG VALLEY (MARGARET RIVER REGION)

Freitag, 16. Dezember 2022

Fahrt: Bridgetown – Big Valley

Nach dem gemütlichen Frühstück mit Ausblick stellen wir den Van auf den naheliegenden Parkplatz beim Campingplatz, denn wir möchten die vom Campingplatz-Betreiber empfohlene Wanderung entlang vom Fluss machen. Es ist ein idyllischer Flecken. Der Fluss windet sich um die Ecken und der schöne Weg ist umgeben von einer spannenden Flora. Am Ende führt uns der Weg zurück ins Dorf, wo wir uns noch einen Kaffee gönnen, bevor wir mit dem Van unser nächstes Ziel ansteuern.

In Nannup machen wir einen Zwischenhalt. Auch hier wieder ein schönes kleines Dorf mit alten Gebäuden und schönen Vorgärten. In einem Krimskrams-Laden finde ich endlich einen Ersatz für meine völlig ausgebleichte Mütze, die Mami schon lange ein Dorn im Auge war («So kannst du doch nicht mehr herumlaufen»). Die alte Kappe fliegt direkt in die Tonne. In der idyllischen Brauerei geniessen wir zum Mittagessen ein Käseplättli.

Vor ein paar Tagen habe ich in meinem Reisebericht vom 2005 den Text über die Region Margaret River nachgelesen. Wir strandeten damals 10 Tage auf einem einfachen Campingplatz auf einer Farm. Im WikiCamp-App finde ich den Campingplatz wieder, der nur so vor guten Rezensionen strotzt. Nichts wie hin. Mami wünscht sich eh mal auf einer Farm zu übernachten und die Wünsche von MaPa nehme ich natürlich ernst. Der Big Valley Campsite liegt nur gerade 10 Minuten vom touristischen Margaret River (Weinregion) entfernt. Die hügelige Schaffarm liegt umgeben von grossen Wäldern. Das offene Küchengebäude erkenne ich gleich wieder. Bei einem der Unterstände leben Hühner und Meerschweinchen, die man zu gewissen Zeiten streicheln darf … also nur die Meerschweinchen. Es hat auch viele kleine. Jöhhh, sind die süss. Doch ich getraue mich doch nicht, eines auf den Schoss zu nehmen und zu streicheln … irgendwie flitzen die immer rasch weg und ich möchte sie ja nicht erschrecken.

Wir fühlen uns puddelwohl … nur die duddelnde indische Musik vom Nachbarsplatz stört die Idylle. Ich könnte es ja noch verstehen, wenn sich der indische Nachbar auch auf dem Platz befinden würde. Ich finde dann heraus, dass sich die ganze Gruppe in der Küche gemütlich gemacht hat. Ich gehe sie dann freundlich fragen, ob es möglich wäre die Musik abzustellen. Oh, selbstverständlich! So, nun können wir es richtig geniessen.

Der nächtliche Sternenhimmel ist fantastisch. Aufgrund der «fehlenden» Lichtverschmutzung kann man am australischen Himmel tausende von Sternen ausmachen. Auch Satelliten sind von blossem Auge erkennbar. Es scheint, als wäre der Himmel tiefer als in Europa «heruntergehängt».


BIG VALLEY (MARGARET RIVER REGION)

Samstag, 17. Dezember 2022

Nach dem Frühstück komme ich mit dem Bauern ins Gespräch. Er ist erstaunt, dass ich vor über 17 Jahren schon mal hier war, und freut sich über meinen erneuten Besuch. Er meint, dass der Platz damals eher unter Backpackern ein Geheimtipp war und nun auch die gestandenen Camper hier Zeit verbringen.

Wir fahren nach Margaret River um den lokalen Wochenmarkt zu besuchen und decken uns dabei mit frischem Gemüse ein. Zudem tanken wir Energie mit einem feinen Smoothie.

In Margaret River finden wir einen Parkplatz für unseren Van. Dabei fällt uns auf, dass praktisch nie Parkgebühren bezahlt haben. Eigentlich sehr erstaunlich. In der Schweiz bewirtschaftet inzwischen jedes kleinste Dorf seine Parkplätze und hier kann man – bis auf die Grossstädte – überall das Auto gratis parken. Während wir der Shoppingmeile entlang schlendern, zirpt es plötzlich ganz nah. Der Ton bewegt sich mit uns mit. Wo ist denn die Zirpe? Ah, der blinde Passagier sitzt auf dem Rucksack von Papi. Das war lustig! Auf der Terrasse eines Pubs essen wir ein kleines, aber feines Mittagessen.

Wir möchten uns noch etwas bewegen und fahren aus dem Städtchen heraus. Der von uns ins Visier genommene Wanderweg ist wegen kontrolliertem Feuer gesperrt. Also laufen wir entlang des Margaret Rivers. Am Schluss der kurzen Wanderung hören wir mehrere Kookaburra-Vögel, wie sie «fies» lachen. Wir machen uns auf die Suche und entdecken drei junge Australier, die ihren Grill abbauen. Die Vögel hätten ihnen das Fleisch vom Grill geklaut. Frech! Die vier Vögel spienzeln immer noch darauf, ob sie weiteres Fleisch kriegen und bleiben ganz in der Nähe. Glück für uns, so können wir sie beobachten.

Auf der Rückfahrt machen wir noch Halt auf einer Beerenfarm, wo wir uns ein kalorienreiches Dessert gönnen.

Zurück auf dem Campingplatz begebe ich mich noch einmal zu den Meerschweinchen und diesmal erwische ich eines, das ich behutsam auf dem Schoss streichle. Als Kind hatte ich mal ein Meerschweinchen namens Chipsi.

Unsere Campingnachbarn stellen sich als ausgewanderte Schweizer heraus. Sie campen als Probewochenende mit ihrem jungen Hund. Wir tauschen uns aus und für MaPa ist es wunderbar, dass sie sich mit Gleichgesinnten auf Schweizerdeutsch austauschen können.


BUSSELTON

Sonntag, 18. Dezember 2022

Fahrt: Big Valley nach Busselton (107 km)

Zum Abschied gehe ich noch einmal zu den Meerschweinchen, wo ich eines streichle, während es genüsslich eine Karotte frisst. Leider kann ich auch (durfte schon keinen Koala mitnehmen) kein Meerschweinchen mit nach Hause nehmen.

Die Region rund um Margaret River ist gesprenkelt von Weinbergen und Bierbrauereien, Schokoladen- und anderen Delikatessen-Shops. Im Schokoladen-Shop darf man endlich mal ausgiebig degustieren. Papi und ich schlendern immer wieder zurück zum Degustationstisch. Mmmhh, die schmeckt aber auch superfein! Bei einer Bierbrauerei mit grossem Teich probieren wir auf der Terrasse verschiedene Biersorten. Es scheint so, als finden hier auch Hochzeiten statt, denn im Weiher ist eine Insel mit einem Steg, der sich hervorragend für das Ja-Wort eignet. So richtig romantisch!

In der Nähe von Yallingup besuchen wir die Natural Pools. Eine sehr coole Sache. Die grossen Wellen werden durch die vorgelagerten Felsen gebrochen und zischen dann durch die Ritzen in die natürlichen Pools. Ein heiden Spass! Beim ersten hatten wir den Pool lange Zeit ganz für uns alleine und so entstehen auch schöne Fotos. Beim zweiten, wo die wilde Gicht nur so über die Felsen gespült wird, tummelten sich dann doch ziemlich viele junge Leute. Das Wasser ist kalt, doch die Luft-Temperaturen sind endlich wieder sommerlich warm, so dass es eine willkommene Abkühlung ist.

Wir entscheiden uns für das Mittagessen wieder zur Brauerei zurückzukehren. Dabei diskutieren wir darüber, wo wir die letzten vier Nächte verbringen sollen. Am liebsten wäre ich direkt am Meer, doch keiner der Campingplätze überzeugt mich. Wir tun uns schwer mit einer Entscheidung. Ich reserviere dann in Busselton einen Campingplatz, der einigermassen gute Bewertungen hat. Der Campingplatz stellt sich dann als Niete heraus. Unser Platz befindet sich direkt neben der lauten Klimaanlage des Hotels nebenan und die Sanitären Anlagen sind ziemlich alt. Zudem funktioniert das W-Lan nicht. Zu guter Letzt ist der Platz aufgrund der Schulferien auch noch sauteuer. Doof!


BUSSELTON

Montag, 19. Dezember 2022

Die nette Frau im Campingbüro hat Verständnis für meinen Einwand betreffend dem Platz und zeichnet mir auf dem Plan alle freien Plätze an, so dass wir uns selber einen aussuchen dürfen. Wir entscheiden uns für einen Flecken in der Nähe der Reception, der von grossen Bäumen umgeben ist.

Aufgrund des nun guten Internets, da wir in der Nähe der Reception sind, können wir uns mit Büroarbeiten beschäftigen. Einerseits die Reiseberichte schreiben, andererseits bewerbe ich mich auch bereits auf die ersten Arbeitsstellen.

Der schmale, aber lange Strand gleich beim Campingplatz lädt zu einem Strandspaziergang ein.


BUSSELTON

Dienstag, 20. Dezember 2022

Heute ist Beachtag! Beim Cape Naturalist soll es ein paar Perlen von Stränden geben, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Der Castle Rock Beach ist zwar schön, aber reisst uns nicht gerade vom Hocker. Die Strasse führt aber durch eine wilde Gegend. Das ist eben das schöne in Australien. Hier werden die Naturflächen noch der Natur überlassen. Es gibt keine Waldpflege oder ähnliches.

Beim zweiten Strand genossen wir das abkühlende Bad im klaren und türkisblauen Wasser. Ahhh, das ist sooooo schöööön! Hier könnte ich den ganzen Tag bleiben, doch leider gibt es weit und breit keinen Schatten, so dass wir – um einem Sonnenbrand vorzubeugen – unseren Badespass kurzhalten müssen.

Im Restaurant im Pullman Bunker Resort geniessen wir auf der schönen Terrasse und mit Blick aufs Meer ein leichtes Mittagessen mit einem kühlen Glas Rosé – man gönnt sich ja sonst nichts! Die Bunker Bay lädt dann auf ein weiteres kühles Bad ein.


BINNINGUP

Mittwoch, 21. Dezember 2022

Fahrt: Busselton nach Binningup (134 km)

Dem Städtchen Busselton statten wir noch einen Besuch ab, bevor wir die Region verlassen. Busselton ist vor allem wegen dem fast 2 km langen Steg, der längste der südlichen Hemisphäre, berühmt. Wir laufen bis ans Ende des Stegs, das auch mittels kleinem Zug erreicht werden könnte. Am Ende befindet sich ein Unterwasser Observatorium sowie ein Souvenirshop. Zurzeit wird ein Restaurant gebaut sowie eine Plattform, von wo man dann baden kann. Überhaupt wird und wurde rund um die Wasserfront gebaut und das ganze Konzept macht diesen Bereich für Einheimische sowie Touristen sehr attraktiv. Besonders ins Auge gefallen ist mir die Architektur einer grosszügigen Brauerei mit den bis zu 10 Meter hohen Raumhöhe. Wunderbar!

Wir fahren nun in Richtung Millionenstadt Perth. Die Bevölkerungs- und damit auch die Häuserdichte nimmt hier stark zu. Die Häuser haben teilweise nur einen Abstand von gerade mal 2 Meter. Nichts mit den grosszügigen Abständen in der Schweiz, obwohl wir viel weniger Bauland zur Verfügung haben. Man muss in Australien also gut planen, wo man ein Fenster bei der Toilette einbaut, ohne dass der Nachbar einem auf dem Thron sieht. Mit dem Umstand, dass wir uns hier mehr und mehr in bewohntem Gebiet stattfinden, ist auch die Internet-Abdeckung viel besser. Beim Checken meiner E-Mails stelle ich fest, dass Thuri und Ines, unsere Campingnachbarn im Big Valley, uns eine Mail geschrieben haben, die leider im Spam-Ordner gelandet ist. Sie haben die Werbung auf unserem Van zu meiner Homepage gesehen und danach mit uns Kontakt aufgenommen. Oh, schön, dass die Werbung anscheinend ihre Wirkung zeigt und man so auf meiner Homepage landet. Zusammen mit einer Einladung zu ihrem Haus haben sie mir die Telefonnummer hinterlassen. Wir befinden uns in unmittelbarer Nähe der Beiden und wir hätten grad Zeit für einen Kaffee. Wir düsen zur nächsten Telefonkabine und rufen an. Doch leider keine Antwort. Nach fünf Minuten dann die WhatsApp-Nachricht, dass die beiden zu Hause sind und wir vorbeikommen sollen. Also, nichts wie hin. Thuri und Ines leben in einem kleinen Dorf in einem Bungalow, d.h. die Wohnfläche befindet sich auf einem Boden, kein Keller, kein Estrich, grosser Umschwung – eben typisch australisch. Wir erhalten eine Hausbesichtigung und geniessen dann den Kaffee auf der Terrasse. Der Hund möchte jeweils dem Ball nachlaufen und legt ihn jeweils auf die Terrasse. Ich helfe ihm gerne bei seinem Fitness-Programm. Danke Ines und Thuri für die schöne Einladung!

Wir fahren weiter bis ins kleine Dorf Binningup, das direkt am Meer liegt. Der kleine Campingplatz ist wieder genau nach unserem Gusto. Die Plätze locker verteilt, mehr als genügend Platz, saubere Sanitär-Anlagen, kleiner Pool. Wir machen uns gleich auf zum Meer. Wow, das ist aber wild hier. Die Wellen türmen sich mit voller Kraft und an Baden ist an diesem Strandabschnitt nicht zu denken. Wir laufen in Richtung Süden und vor dem Livesafe-Haus getrauen wir uns in die braune Pfütze … aufgrund des Wellenganges ist der Sand aufgewirbelt. Vielleicht die letzte Gelegenheit, um im Meer zu baden, also geniessen wir es noch einmal. Zum Abendessen werden die letzten Vorräte aufgebraut, denn es ist unsere letzte Nacht im Campervan.



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