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Mandalay - die geschichtsträchtige Stadt im Norden

Aktualisiert: März 22



Spannende Jade-Verarbeitung - Samstag, 16. Januar 2010

Mit dem Taxi fahren wir zum Flughafen und fliegen mit der Air Bagan in einer Stunde nach Mandalay. Hier wieder mit dem Taxi in Richtung Hotel. Doch plötzlich muss der Fahrer anhalten, wir haben einen Plattfuss. Alle aussteigen und der Fahrer holt das Ersatzrad aus dem Kofferraum, ein Einheimischer hilft dem Fahrer in Rekordzeit das Rad zu wechseln und schon geht die Fahrt weiter. Das Hotel ist ein mehrstöckiges charakterloses Gebäude und wir vermuten, dass wir in einem staatlichen Hotel abgestiegen sind und nehmen uns vor, bei den übrigen Buchungen in Myanmar besser darauf zu achten, dass wir direkt bei Einheimischen nächtigen. Am Nachmittag mieten wir zwei Velotaxis, die uns zum Jademarkt führen sollen. Wir sehen auf den Strassen ganze Kuhherden, viele Fahräder, die Waren transportieren, alles ist etwas staubig, aber absolut friedlich und es herrscht eine gemütliche Atmosphäre. Nach einigen Umwegen liefern uns die Fahrer schlussendlich an unserm Ziel ab. Hier werden von Männern Jade-Steine in verschiedenen Arbeitsschritten verarbeitet - vom rohen Material bis zum fertigen Schmuckstück. Viele Männer kauen Kautabak (Betelnuss) und haben dadurch auch grauselige Zähne. Der durchgekaute Tabak wird dann jeweils in Eimern oder ins Gebüsch gespuckt ... noch grausliger. Die Aufgabe der Frauen ist dann den Verkauf der ... nein, nicht des ausgespuckten Tabaks ;-) ... der Jade-Schmuckstücke. Es werden vorallem Halsketten-Anhänger angeboten. Wir laufen zurück zum Hotel und essen unterwegs hier und da etwas von den Strassenküchen. Die Leute sitzen draussen, unterhalten sich, spielen zusammen Brettspiele. Wir haben sogar einen Billard-Tisch entdeckt, der rege benutzt wird. Der ganze Essenshandel findet an kleinen Ständen am Strassenrand statt. Fleisch wird an "Wäscheleinen" aufgehängt und luftgetrocknet. Privatautos gibt es kaum, nur Sammeltaxis (kleine Busse mit gedeckten Ladeflächen, mit einer Sitzbank jeweils an der Seite) und kleine Warentransport-Lastwagen. Eine Welt, die wir so schon längst nicht mehr kennen.

Magenprobleme verdonnerten uns zu Ruhetag - Sonntag, 17. Januar 2010

Am Sonntag ist Ruhetag angesagt, also vorallem für Papi und mich ... oh Mann, wir haben uns bereits was eingefangen, so dass wir für 24 Stunden Zwangspause einlegen mussten. Mami war purlimunter, obwohl sie genau das gleiche gegessen hat wie wir. Wir müssen sogar das Zimmer wechseln, weil die Sanitären-Anlagen etwas überfordert waren .... Dank des Hotelpersonals, das sich rührend um uns kümmert und uns mit Bananen, Toast und Tee versorgt, sind wir am Montag bereits wieder fit und begeben uns auf eine weitere Auskundschaftungstour.


Mandalay-Berg - Montag, 18. Januar 2010

Der Mandalay-Berg ist unser Tagesziel. Am Fusse befindet sich ein riesiges Pagodenfeld. Die weissen Pagoden stehen wie eine Arme in Reih und Glied. Bei diesem fantastischen blauen Himmel ein wahnsinnig schönes Fotosujet. Die Anlage ist praktisch menschenleer.

Zwei riesige Löwen-Figuren bewachen den Aufgang des Pilgerpfades zum Mandalay-Berg. Wir besteigen langsam, um unsere Kräfte zu schonen, zu Fuss den Mandalay-Berg. 1'729 Stufen sind bis zur Pagode zu überwinden. Übrigens alles barfuss, wie überall in den Pagoden oder deren Zugängen. Unterwegs stehen riesige goldene überdachte Buddha-Figuren, wo wir uns jeweils eine Pause gönnen. Auf dem höchsten Punkt befindet sich ein farbenprächtiger Palast. Wir haben eine weitläufige Aussicht auf das flache Land rund um Mandalay. In der ferne sehen wir bewässerte Reisfelder und viele goldene kleinere Pagoden sind auf dem Land verteilt. Der buddhistische Glaube wird hier noch gelebt und ist ein zentraler Punkt im Leben der Myanmaris. Den Rückweg nehmen wir über eine andere Treppe in Angriff und verpflegen uns in einem Openair-Restaurant mit Nudelsuppe ... der Appetit ist wieder zurück gekehrt, trotzdem sind wir noch etwas schlaff, deshalb gönnen wir uns für den Heimweg ein kleines blaues, offenes Taxi. Der Fahrer ist sehr sympathisch und deshalb buchen wir ihn auch gleich für einen Ausflug am Folgetag.

Ausflug mit dem Taxi - Dienstag, 19. Januar 2010

Der Taxi-Fahrer ist pünktlich da und für 20'000 Kyath (rund CHF 14.-) führt uns der gut englisch sprechende Fahrer den ganzen Tag umher. Er zeigt uns verschieden Handwerksbetriebe, wo wir den Arbeiter/Arbeiterinnen beim Handwerk zuschauen können. U.a. wird uns eindrücklich gezeigt, wie das superdünne Blattgold hergestellt wird, das Kiloweise an die Buddha-Statuen geklebt wird. Reine Handarbeit - Stundenlang wird mit einem Hammer auf die Hunderten von Goldplättchen gehämmert, bis diese hauchdünn sind. Die Frauen bringen dann die Blättchen in Form, so dass diese als Quadrate verkauft werden können. Wir ergattern uns auch ein paar Gramm Gold, denn es wird sicherlich noch Gelegenheit geben, diese Plättchen an eine Statue anzubringen. Und siehe da, an unsrem nächsten Ziel bei der die Mahamuni-Pagode resp. beim fetten goldenen Buddha haben wir diese Gelegenheit, resp. nur Papi darf die Goldplättchen anbringen, da nur Männer den Buddha berühren dürfen.

In einem kleinen Dorf treffen wir auf Nonnen, die in einem Frauenkloster wohnen. Die Nonnen sind in rosaroten Gewändern gekleidet. Die Älteste begrüsst und und wir dürfen die Räumlichkeiten betreten, wo eine Gruppe jüngerer Nonnen grad am Schriften studieren sind. Wir besuchen zudem noch eine Seidenweberei, wo hauchdünne farbenfrohe und kunstvolle Stoffe hergestellt werden. An einer Schule verteilen wir noch die mitgebrachten Farbstifte. Die Kinder lassen sich gerne fotografieren und dann von uns auf dem Display der Kamera die Bilder zeigen. Viele Kinder haben sich wohl noch selten oder nie auf einem Foto gesehen.


Nach der Besichtigung einer buddhistischen Anlage steht das absolute Highlight des Tages an - die uralte U-Bein-Brücke (gebaut 1850). Die Fussgänger-Brücke ist rund 1,2 km lang und aus Teak-Holz hergestellt. Für die Einheimischen ist die Brücke einfach ein Weg um von A nach B zu kommen und so den Taungthaman-See zu überqueren. Bei unserer Ankunft hat es noch kaum Touristen und wir haben die Brücke praktisch für uns alleine.

Kurz vor Sonnenuntergang kommen die Pauschal-Touristen, die sich in kleine Bote begeben und unter der Brücke durchfahren. Der Sonnenuntergang ist phantastisch und zusammen mit der Brücke ein beliebtes Foto-Objekt.

Unser netter Taxi-Fahrer fährt uns wieder wohlbehalten zurück zu unserer Unterkunft. Was für ein beeindruckender Tag.


Weltgrösste Pagode - Mittwoch, 20. Januar 2010

Am Mittwoch fahren wir mit dem Taxi (wir haben schon wieder unseren Taxi-Chauffeur engagiert) zum Hafen von Mandalay. Mit dem alten Flussschiff geht es auf dem Irrawaddy nördlich Richtung Mingun, wo eine riesige Pagoden-Ruine steht. Wir geniessen die Fahrt auf dem Schiff und beobachten die Leute, die an den Ufern Handel betreiben oder ihre Wäsche waschen. Die Morgensonne wärmt uns rasch auf und wir setzen uns in die bequemen Hängeliegestühle aus Bambus. In Mingun hätte die weltweit grösste Pagode entstehen sollen, sie wurde jedoch nie fertig gestellt und später durch ein Erdbeben massiv beschädigt. Das Fundament ist bereits vom Schiff gut zu sehen. Wahnsinn, diese Dimensionen und man kann sich kaum vorstellen, wie gross dann die Pagode hätte werden sollen. Am Flussufer warten bereits Einheimische mit ihren Ochsenwagen, die Fracht vom Schiff transportieren. Ganz in der Nähe wird grad ein Film gedreht. Ein Liebespärchen spielt grad eine romantische Szene bei einem alten knorrigen Baum und wir schauen neugierig zu. Danach kundschaften wir das die Bauten rund um die "nicht-vorhandene" Mingun-Pagode aus und steigen auf das Fundament, das grosse Risse vom Erdbeben aufweist. Drei Frauen aus dem Hinterland, die die traditionelle Tracht tragen, fragen uns für ein Foto. Oh, natürlich, sehr gerne.

Von der Plattform haben wir eine gute Aussicht auf den Fluss und die daneben liegende Buddhistische Anlage .... wieder eine, denkst du vielleicht, aber ich kann irgendwie gar nicht genug davon kriegen, denn keine sieht gleich aus wie die andere. Wir steigen hinunter und schnurstracks zur heiligen Anlage. Wunderschön, alles in weiss getüncht, alles in Reih und Glied und trotzdem irgendwie verwinkelt.

Die Häuser im Dorf direkt am Fluss sind alle auf Stelzen gebaut, da der Irrawaddy-Fluss jährlich während der Regenzeit über die Ufer tritt. In einer Strassenküche verpflegen wir uns mit frittierten Teigbällchen, die mit Gemüse gefüllt sind. Hmm, sehr lecker! Der Tag in diesem kleinen Dorf ist sehr relaxt und wir schauen den Einheimischen bei ihren Aktivitäten (waschen, baden, kochen usw.). Am späteren Nachmittag kommt uns das kleine Schiff wieder abholen. Alles funktioniert hier hervorragend und es ist sehr einfach, die Ausflüge und Weiterreisen zu organisieren.

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Ich bin eine leidenschaftliche Globetrotterin und bereise meist individuell mit Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln spannende Länder.

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