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Kambodscha - armes Land mit reicher Kultur

Wir hatten noch einen Monat Zeit bis zu unserem Flug von Bangkok nach Australien. Wir beschlossen nach Kambodscha zu reisen und Angkor Wat einen Besuch abzustatten. Danach machten wir uns via Mekong Richtung Süd-Laos auf.
Kambodscha war für mehr als zwei Jahrzehnte von der Reisekarte verschwunden. Das Land war Synonym für Gewalt, blutiges Regiem, Bürgerkrieg und unendliches Leid. Vor einigen Jahren ist nun Friede eingekehrt und somit ist im Land der Khmer, die vom 9. bis 14. Jahrhundert Südostasien beherrschten, wieder Tourismus möglich. Vorallem durch die weltberühmten Ruinen von Angkor Wat zieht Kambodscha Jahr für Jahr tausende von Touristen an, Tendenz steigend. In der Schweiz erlangte Kambodscha auch durch die unterschütterliche Entwicklungsarbeit von Dr. Beat Richner Aufmerksamkeit. Ich war gespannt, auf ein Land, das sich langsam von den Strapazen der letzten Jahrzehnte erholt.

Karte Kambodscha Stung Treng Kampong Cham Siem Reap Angkor Wat

 

Überblick
Datum
Reiseziel
24.-28.09.
28.-29.09.
29.-30.09.
    Schlusswort
Reiseberichte
24.-28.09.

Siem Reap - Angkor Wat und Begegnung mit Dr. Beat Richner

Der Grenzübergang in Poi Pet zwischen Thailand und Kambodscha war wie ein Übertritt in eine andere Welt. Ich kam mir vor, als würden wir von der westlichen, ziemlich modernen Welt in eine arme, staubige, traurige Welt wechseln. Kambodscha ist ein enorm armes Land, hier einige Eindrücke am Grenzübergang: Kambodschanische Kinder, gekleidet in durchlöcherten T-Shirts und alten, dreckigen Shorts, zogen mit traurigen Augen zweirädrige Holzwagen (wie aus Gotthelfs Zeiten) mit Gütern von einem Land ins andere. Die Autos und Busse, die die Grenzübergänger auf der Kambodscha Seite abholen, waren richtig alte Kisten. Die Strasse von Poi Pet zu unserem Ziel Siem Riep war nichts anderes als eine staubige Piste mit unzähligen Schlaglöchern. Wir hatten Glück, der Bus, der all die Touristen nach Siem Reap bringen soll, war bereits voll, so dass wir mit einem anderen Paar ein modernes und neues Taxi (hatte sogar einen kleinen Fernseher, wo der Fahrer Vidoes von der Frauenband Las Ketchup laufen liess - ein wahnsinniger Kontrast zu der ärmlichen Umgebung) für die ca. 150 km Strecke teilen konnten, natürlich zum gleichen Preis wie die Busfahrt. Wegen den vielen Schlaglöchern kamen wir zwar nicht sehr schnell vorwärts, doch immerhin erreichten wir unser Ziel in der halb so langen Zeit wie der Bus. Unterwegs passierten wir viele Reisfelder und die Strassengräben waren voll von Regenwasser, das der Monsun vor einigen Wochen mitbrachte. Viele Einheimische fischten in den Dümpeln und Jugendliche nahmen ein Bad in dem braunen Wasser. Wir verwöhnten Westler würden wohl alle möglichen Krankheiten bei einem solchen Bad auflesen.
Nach ca. 4 stündiger holpriger Fahrt erreichten wir Siem Reap, wo uns der Fahrer gleich im Gasthaus seiner Wahl ablud. Das Gasthaus lag am Stadtrand, wir wollten jedoch etwas zentraler absteigen. Andy war bereits im 2003 in Siem Reap, er kannte sich also ein bisschen aus und wusste, wo es ideal wäre. Also packten wir unsere Rucksäcke und liefen Richtung Stadtzentrum, zum Fluss. Ganz in der nähe des Marktes fanden wir ein schönes Kolonialhaus, das in ein Gasthaus umgebaut wurde. Leider war nur noch die Dachkammer frei, doch am nächsten Tag werden weitere Zimmer frei, versicherte uns das nette Mädchen des Besitzers in guten Englisch. Also bezogen wir die Kammer und fühlten uns nach der kühlen Dusche wie neugeborene Menschen. In der Pizzeria gleich neben dem Gasthaus verköstigten wir uns, wo wir auch die meisten übrigen Mahlzeiten einnahmen. Zum Zmorgen gab es natürlich frisches Baquette. Kambodscha stand von 1864 bis 1953 under dem Protektorat von Frankreich!

Mit dem Fahrrad auf Erkundungstour in Angkor Wat
Wir mieteten uns Fahrräder für drei Tage und machten uns auf zu den Ruinen von Angkor Wat. Wir kauften uns einen drei Tagespass (40 USD, das vollunfänglich an ein Hotel geht, das die Ruinen besitzt, davon geht leider sehr wenig Geld zur Restauration), denn schliesslich wollten wir uns in diesen einmaligen alten Gebäuden etwas Zeit lassen. Angkor Wat liegt nur gerade einige Kilometern nördlich von Siem Reap. Drei Tage lang radelten wir entlang der uralten Alleen, stiegen von unseren Drahteseln ab und Angkor Watmachten uns zu Fuss auf die "Entdeckung" der vielen antiken Tempeln, die zum Teil in einem noch sehr guten Zustand sind (u.a. mit der Hilfe von UNESCO restauriert). Vorallem der Tschungeltempel Ta Prohm, wo auch ein Teil von Toomb Rider (mit Angelie Jolie gedreht wurde) imponierte mir am meisten. Uralte Bäume und Wurzeln schlingen sich um die Bauten und verstärken die ohnehin schon mystische Kulisse. Der Haupttempel Angkor Wat (Wat heisst übrigens Tempel) beeindruckt durch seine lange Fassade, die sich im Grabenwasser wunderbar spiegelte. Bei ziemlich hohen Temperaturen radelten wir so von Tempel zu Tempel und assen zwischen durch an den Essständen einheimischen Food. Dabei wurden wir jeweils von dutzenden von Kindern umringt, die uns Ansichtskarten, Flöten, Armringe, Getränke usw. verkaufen wollten. Leider konnten wir nicht von allen was kaufen, so gab es manchmal auch feuchte Augen, da wir "nur" bei den anderen was gekauft haben. Dies zeigte uns, wie sehr diese Kinder und deren Familien auf Touristen angewiesen sind und wir wohl ihre einzige Einnahmequelle darstellen. Andererseits werden gerade deswegen Kinder auf Touristen abgerichtet, weil man von grossen Kinderkulleraugen eher was kauft, als von Erwachsenen. Dadurch werden die Kinder von der Schulbildung abgehalten und können so im erwachsenen Alter keine Tätigkeit ausüben, die eine Schulbildung voraussetzt. Alles hat ihre zwei Seiten ...

Begegnung mit Dr. Beat Richner
Auf dem Weg von der Stadt zu den Ruinen fährt man entlang von einigen Fünf-Sterne-Hotels und auch an einem Spital vorbei. Die riesigen Plakate vor dem Gebäude erlangte meine Aufmersamkeit. "Beatocello diesen Samstag live im Kantha Bopha Spital" stand da auf einem. Hey, das ist doch Dr. Beat Richner. Ich wollte natürlich unbedingt an dieses Konzert. Wir hatten Glück, dass sich unser Aufenthalt in Siem Reap gerade über das Wochenende hinzog. Also, machten wir uns nach einem Tag in den Ruinen etwas eher zurück zum Guesthouse und nach einer erfrischenden Dusche gings mit der Mofa-Rikscha für einen Dollar (die Leute bevorzugen hier US-Dollars zu ihrer eigenen Währung, da Dollars weit stabiler sind und nicht der Inflation unterliegen) zum Spital. Am Eingang zum Konzertsaal deckten wir uns mit Informationsmaterial ein, u.a. Berichte aus der Schweizer Illustrierten. Im klimatisierten Konzert- und Ausbildungssaal präsentierte uns Dr. Beat Richner eine sehr beeindruckende Vorstellung. Er spielte Cello, präsentierte Selbstkompositionen und fremde Werke und sang manchmal auch dazu. Doch das wirklich beeindruckende am Konzert, Dr. Beat waren die Informationen, die er uns zwischen den Liedern mitgab. Er klärte das Publikum über die hundsmiserable Gesundheitsituation in Kambodscha auf. Mittels Filmausschnitte, Diagrammen und Anekdoten aus seinem Altagsleben in den drei Kinderspitälern, die er mit Hilfe von Spendengeldern aufbaute, brachte er uns die Misere näher. Zwei Spitäler befinden sich in Phnom Penh, der Hauptstadt, und das neuste Spital mit angeschlossener Maternité sowie ein Ausbildungs- und Konferenzzentrum entstand in Siem Reap. Dr. Beat Richner referierte darüber, dass eine moderne Medizin in der Dritten Welt nötig sei, um die grossen Probleme in den Griff zu kriegen. Denn nur dank moderner Geräte und den neusten Medikamenten konnten in den Kantha Bopha Spitälern wichtige Fortschritte und Entdeckungen gemacht werden wie z.B. die Tuberkulose beim Säugling, die in dieser Form nicht bekannt war, und eine Entdeckung von weltweiter Bedeutung ist. Die Kantha-Bopha-Spitäler sind Träger einer Vision, wie Medizin effizient, gerecht und ohne Korruption (und damit schlussendlich billiger) in den armen Ländern getätigt werden kann. Die Behandlung in den Kantha Bopha Kinderspitälern ist gratis, da die Eltern sowieso zu arm wären und man so auch der Koruption vorbeugen kann. Das heisst, das Personal erhält einen anstandigen Lohn, mit dem sie auch leben und überleben können und somit werden alle Kinder gleich behandelt, da die Eltern nicht bestechen und das Personal keine Gelder entgegen nehmen. Diese Methode ist in anderen Spitälern gang und gebe. Dr. Beat Richner machte das Publikum immer wieder darauf aufmerksam, wie Überlebenswichtig die Spenden für die Spitäler sind, denn das Projekt wird zu 90 % durch Private Spenden, zu 9 % durch Bundesgelder der Schweiz und 1% durch die Kambodschanische Regierung getragen. Gerade mal 5 % werden für Administrative Zwecke verwendet. Er rief das Publikum auf, dass jüngere und Indiviualtouristen Blut spenden sollen, da sie auf gutes Blut, das nicht durch Tuberkulose oder andere Krankheiten "verunreinigt" ist, dringend angewiesen sind. Von allen anderen wünsche er sich eine Spende in welcher Höhe auch immer. Tief beeindruckt liefen wir aus dem Saal hinaus. Dr. Beat Richner opfert sich regelrecht für die Kinder auf. Sein spärliches Privatleben verbringt er allein, ohne jegliche Freunde (er fühlte sich in Kambodscha nie heimisch), in einem Mietshaus in Phnom Penh. Er meinte, er habe kein Helfersyndrom, es sei eine Arbeit die die westliche Welt ganz einfach der Dritten Welt schuldig sei. Denn gerade in der traurigen Geschichte von Kambodscha wurden viele Ereignisse durch Entscheidungen aus der westliche Welt ausgelöst.

Das erste Mal Blutspenden
Wir entschieden uns, am nächsten Tag Blut zu spenden. Nach einer weiteren Radeltour durch die Ruinen machten wir uns am Abend auf ins Spital. Andy sowie ich haben noch nie im Leben Blut gespendet. Wir waren gespannt. Wie von Dr. Richner versprochen, sei alles zu 100 % sauber und steril. Von zwei jungen Laboranten wurde uns Blut abgezapft und anschliessend wurden wir mit Coca-Cola versorgt. Zudem erhielten wir ein T-Shirt, Kleber und Eisentabletten mit auf den Weg. Wir waren happy, dass wir wenigstens ein bisschen helfen durften.

Planung Mekong-Reise nach Südlaos - ein sicheres Unterfangen?
Nachdem wir uns drei Tage Angkor Wat angeschaut hatten, ging es an die Planung der Weiterreise. Wir erzählten einem Einheimischen, dass wir gerne via Mekong zur Laotischen Grenze reisen würden. Oh, mit einem bestürzten Gesicht riet er uns von so einem gefährlichen Vorhaben ab. Im Norden seien harte Sitten gang und gäbe und Überfälle und Ausraubungen seien an der Tagesordnung. Im Norden seien die Leute noch ärmer als hier und Banditen schrecken vor nichts zurück. Ui, über diese Informationen waren doch ziemlich geschockt und überlegten uns schon, ob wir zurück nach Thailand und von dort nach Süd-Laos einreisen sollen. Doch zuerst setzten wir uns ins Internet-Cafe und machten uns schlau. Vorallem das Forum der Lonely-Planet Seite ist in solchen Situationen sehr hilfreich. Tausende von Travellern tauschen dort ihre Erfahrungen aus. Im Forum wurden die Befürchtungen des Einheimsichen nicht bestätigt, aber scheinbar benutzen wenige Rucksacktouristen diesen Grenzübergang zwischen Kambodscha und Laos. Hauptsächlich wurde über die Bestechungsgelder am Zoll für eine reibungslose Aus- bzw. Einreise diskutiert. Wir entschlossen, bis nach Kampong Cham, wo die Schiffsfahrt beginnen würde, zu reisen und dann vor Ort über die weiteren Pläne zu entscheiden. Also buchten wir eine Busfahrt nach Skuon, vonwo wir mit einem Minibus weiterreisen müssen.

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28.-29.09.

Kampong Cham - erster Blick auf den Mekong

Der mittelgrosse Bus stand gleich um die Ecke, wir warteten noch auf weitere Passagiere. Dann ging die Fahrt los, einmal um den Häuserblock und schon hiess es umsteigen. In einen anderen Bus. Dann fuhren wir los, um die Hausecke und schon wieder hielt der Bus an. Wir luden noch weitere Fahrgäste auf. Einige mussten während der dreistündigen Fahrt stehen, doch so überfüllt wie die Busse in Sri Lanka oder Indien ist es noch lange nicht. Auf der guten Strasse fuhren wir in Richtung Phnom Penh. Eine Stunde vor dem Reiseziel, stiegen wir in Skuon mit zwei, drei anderen Fahrgästen aus.

Wie wärs mit fritierte Spinnen zum Mittagessen?
Gleich wurden uns fritierte Riesenspinnen zum Essen angeboten. Wäh, mir wurde fast schlecht bei diesem Anblick. Scheinbar sind die SpinnenFritierte Spinnen (u.a. Taranteln) in dieser Gegend eine Delikatesse. Igitt, nichts für mich. Gleich wurden wir von Einheimischen umringt, die uns fragten, wohin wir wollen und wurden in die Richtung des Minibusses geschubst. Der Bus war bereits bis auf den letzten Platz gefüllt. Doch durch noch näheres Zusammenrücken fanden auch wir noch ein Plätzchen. Über die gute Strasse bewegten wir uns Richtung Kampong Cham. Während der Fahrt wurde es einem Jungen schlecht, so dass er sich übergeben musste. Teilweise aus dem Fenster, teilweise in einen Plastiksack. Oje! Komisch, dass man nicht kurz anhielt, denn ich glaube, Zeit hat jeder in diesem Land.

Bootsbillet - alles andere als ein offizieller Schalter
In Kampong Cham wurden wir bereits vor dem eigentlichen Stopp von Mofafahrern verfolgt und umringt, sobald das Fahrzeug hielt. Jeder bot eine Mitfahrgelegenheit auf seinem Rücksitz an. Unser Guesthouse lag aber keine 500 m von der Bushaltestelle entfernt und so verzichteten wir auf die Dienste. Wir stiegen in einem kargen aber sauberen Guesthouse, keine 50 m vom Mekong entfernt ab. Gleich machten wir uns auf die Suche nach dem Schalter, wo die Bootstickets Richtung Stung Treng verkauft wurden. Die Verkaufsstelle ist umgezogen, wurde uns gesagt, sie sei etwa 500 m südlich, gleich bei der neuen Bootsanlegestelle. Wir setzten uns in den Schatten von einigen Bäumen, direkt am friedlich fliessenden braunen Flusswasser und genossen unsere kühlen Getränke. Zwei Jungs mit Mofas gesellten sich zu uns und versuchten uns einen Mofa-Ausflug zu verkaufen. Wir einigten uns, dass wir zuerst die Boot-Tickets organisieren und danach mit ihnen einen naheliegenden Tempel besuchen.
Da war weit und breit keine neue Anlegestelle zu sehen, nur zwei Boote, die über einen behelfsmässig errichteten wackligen Brettersteg zu erreichen waren. Auf dem einen Boot spielten ein paar Männer Karten. Unsere neuen Mofa-Freunde befanden sich auch auf dem Boot und winkten uns zu ihnen. Hier kann man Tickets kaufen. Geht es hier mit rechten Dingen zu und her? Kein Tickethäuschen, nicht einmal ein kleiner Schalter oder so was. Wenigstens waren es vorgedruckte Tickets, jedoch mit keinen Preisangaben. 15 USD fanden wir doch ein ziemlich hoher Preis (für die Einheimischen sind es 10 USD). Wir waren skeptisch, doch anscheinend kann man nirgends sonstwo Tickets kaufen und Touristen waren weit und breit keine in Sicht. Also kauften wir die Tickets und hofften, dass morgen wirklich ein Boot ablegt.

Besuch eines kleinen Tempels
Die beiden jungen Kambodschaner warteten schon gespannt auf uns. Wir setzten uns jeweils auf den Rücksitz und los ging die Fahrt, hinaus aus der Stadt zu einem kleinen Tempel, der teilweise an Angkor Wat erinnerte und auch einige moderne Anbauten aufwies. Trotz der vielen Tempeln, die wir schon gesehen haben, gefiel uns dieser speziell. Er war klein, charmant und voller Leben. Im Haupttempel sangen gläubige Männer Gebete und in einem anderen Raum schmücken farbenfrohe Malereien, die Buddhas Leben aufzeigen, die Wände. Eine uralte runzlige Frau, schwarz gekleidet, sass am Boden und genoss die Kühle. Sie ist wohl eine ziemlich bekannte Person, denn ein Wandbild zeigte ein Porträt von ihr.
An einem der Stände, wo Frauen, ihre wenigen Produkte anbieten, kauften wir uns ein kühles Getränke. Sogleich war die Nachbarverkäuferin eingeschnappt, weil wir nicht bei ihr zugegriffen hatten. In einem solch armen Land zählt jeder Verkaufsabschluss.

Das Boot ist da!
Am nächsten Tag, nach einem kleinen Frühstück in einem der unzähligen Strassencafes, liefen wir zur Anlegestelle, wo das relativ moderne Boot bereits Passagiere aufnahm. Das Gepäck wurde auf dem Dach festgezurrt und die Passagiere nahmen im klimatisierten langen Raum, je zwei Sitze auf jeder Seite des Ganges, platz. Die fünfstündige Fahrt war ruhig und relativ langweilig. Ab und zu hielten wir, um weitere Passagiere mit und ohne Mofas aufzunehmen. Es stellte sich heraus, dass der Ticketpreis richtig war. Wir sind einfach viel zu misstrauisch.

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29.-30.09.

Stung Treng - Grenzübergang auf dem Mekong

In Stung Treng wurden wir sogleich von verschiedenen Guesthouse hunters belagert. Unter anderem auch von dem Freund von Mr. T, dem das Gasthaus Riverside, gehört. Dieses wurde im Lonely Planet Forum empfohlen, wo einem auch die Weiterfahrt nach Laos organisiert wurde. Wir begaben uns zum nahen Guesthouse, wo uns Mr. T freundlich begrüsste. Leider hatte er keine Zimmer mehr frei, doch die Grenzfahrt des nächsten Tages konnte er organisieren. In einem nahen Guesthouse kamen wir in einem riesigen Zimmer unter.

Auf dem Mekong Richtung Grenze
Am nächsten morgen ging es los. Doch zuerst musste noch der eigentliche "Captain" gefunden werden, denn der befand sich inklusive dem Bootsschlüssel auf einem Familienausflug. Via Handy und Mofa startete die Operation "Findet den Schlüssel". Mit einer kleinen Verspätung ging es mit dem Longtailboot Richtung Laotische Grenze. Ausser uns war noch der Israelische Backpacker Adal sowie der Malaysier Alan mit dabei. Zudem ein Kambodschaner, der die gesamte Fahrt mit Andy sprach und so die Zeit nutzte um sein Englisch zu verbessern. Er kam nur als "Begleiter" mit und kehrte danach wieder zurück. Ausserdem natürlich der "Captain", der Bruder von Mr. T. Ein gemütlicher Kerl, der die Strecke das erste Mal fuhr und einige Male am Ufer nach dem Weg fragen musste. Der Fluss verzweigt sich oft in Nebenflüsse und viele Bäume standen im Wasser, so dass die Orientierung für einen Anfänger wohl nicht gerade einfach war. Nach gemütlichen zwei Stunden erreichten wir den Wald- und Wiesen Grenzübergang von Kambodscha, der sich am linken Ufer in einer kleinen Holzhütte befand. In der Hütte wurden Adal, Andy und ich in ein kleines Büro aufgefordert. Alan musste sich um kein Visa bemühen, da er als Malaysischer Staatsangehöriger freie "Fahrt" in den südostasiatischen Staaten hat. Im Büro wurden die Formalitäten erledigt und das Schmiergeld von 2 USD übergeben. Danach ging es mit dem Boot ans andere Ufer, zur Laotischen Grenze. Bye, bye, trauriges Kambodscha.

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Schlusswort

Kambodscha beeindruckte mich tief. Im Vergleich zu den davor bereisten Ländern wie Thailand und Malaysia war es wieder ein grosser Schritt zurück. Kambodscha hinterliess bei mir ein trauriges Gefühl. Die Spuren des grässlichen Krieges geführt vom teuflischen Pol Pot und der Roten Khmer von 1975 bis 1979 hinterliess Spuren. Der radikalen Ideologie der Roten Khmer fielen in Folge von Folter und Ermordung sowie den extrem schwierigen Lebensbedingungen über 1 Mio. Menschen zum Opfer - ein Zehntel der damaligen Gesamtbevölkerung. Überall im Land sind noch immer weite Landstreifen vermient und täglich passieren Unfäll, meist Kinder beim Spielen. Viele Leute haben nichts als die Kleider an ihrem Leib und sind auf Almosen angewiesen.

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Flagge

Kambodschanische Flagge

Kambodscha in Kürze

FLÄCHE: 181.035 qkm.

BEVÖLKERUNGSZAHL: 14.131.000 (2004).

BEVÖLKERUNGSDICHTE: 78 pro qkm.

HAUPTSTADT: Phnom Penh. Einwohner: 1.151.800 (2004).

GEOGRAPHIE: Kambodscha grenzt im Norden an Laos und Thailand, im Osten an Vietnam und im Südwesten an den Golf von Thailand. Das Land besteht zu ca. 75% aus tropischem Regenwald; die fruchtbaren Ebenen werden von zahlreichen Flüssen durchzogen. Im Nordosten liegen mehrere Hochplateaus. Die Hauptstadt liegt am Zusammenfluß des Mekong und des Tonlé. Der Tonlé wird vom Tonlé Sap gespeist, einem großen See in der Landesmitte. Der Südwestküste sind zahlreiche Inseln vorgelagert.

STAATSFORM: Parlamentarische Monarchie, seit 1993. Verfassung von 1993. Parlament (Nationalversammlung) mit 123 Mitgliedern. Staatsoberhaupt: Samdech Sihamoni, seit 2004. Regierungschef: Samdech Hun Sen, seit 1998. Unabhängig von Frankreich seit 1953.

SPRACHE: Amtssprache ist Khmer und wird von 95 % der Bevölkerung gesprochen. Französisch ist Handels- und Bildungssprache. Chinesisch und Vietnamesisch werden ebenfalls gesprochen. Die jüngere Generation spricht häufig auch Englisch.

RELIGION: Buddhismus (95 %) ist Staatsreligion; islamische und christliche Minderheiten.

© Cornelia Moser / The Globetrotter - Reiseberichte aus aller Welt