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Indien - farbenfroh und einmalig (2004)

Aufgrund der geografischen Lage habe ich mir als Ausgangsland für meine lange Reise Indien ausgesucht. Über Bücher, Reise- und Erfahrungsberichte (Danke, Lucia! Auch eine leidenschaftliche Globetrotterin.) habe ich mich reisetechnisch fit gemacht und mich auf ein Land voll von bunt gekleideten Leuten, Verkehrschaos, lange Reisewege, wunderschöne Natur und ein riesiger Reichtum von Kulturgütern eingestellt. Lest selber, ob ich mit meinen Vorstellungen richtig gelegen bin.

Karte Indien Kochi Chennai Bangalore Hampi Goa Mumbai Udaipur Jodphur Bikaner Jaisalmer Pushkar Agra Delhi

 

Überblick
Datum
Reiseziel
11.01.
12.-15.01.
15.-21.01.
21.-27.01.
27.-31.01.
31.1.-05.02.
05.-11.02.   Bikaner – Kamel Safari
12.-16.02.   Udaipur – die romantische James-Bond-Stadt
17.02.   Mumbai (Bombai) – ein Tag ist genug!
18.-23.02.   Goa / Benaulim - Fasnacht und Beach!
24.-28.02.   Hampi – fantastische Felsformationen und Ruinenstadt
29.02.-01.03.   Bangalore – eine moderne EDV-Stadt
02.-11.03.   Kerala / Varkala – Strandleben pur
11.-12.03.   Allepey - Hausbootsfahrt in den Backwaters
12.-16.03.   Kochi - geschichtsträchtiges Fort
17.-18.03.   Chennai (Madras) - eine weitere indische Riesenstadt
     
Reiseberichte
11.01.

Anreise - das Abenteuer kann beginnen!

Um 4.00 Uhr hiess es aus meinem warmen Bett schlüpfen um mich mit meinen Eltern auf den Weg zum Flughafen Kloten zu machen. Kaum eingetroffen bereits der erste Schock. Auf der Anzeigetafel erschien mein Transferflug nach Wien als gestrichen. Am Eincheck-Schalter wurde ich dann informiert, dass ich auf die Swiss-Maschine umgebucht wurde, die praktisch gleichzeitig nach Wien fliegt. Das Austria-Airline-Flugzeug hatte einen technischen Defekt und sei deshalb erst gar nicht nach Zürich geflogen. Wie ich noch an diesem Morgen aus der Zeitung entnahm, haben praktisch alle AUA-Fokker-Maschinen ein Triebwerksproblem und deshalb musste auch ein paar Tage zuvor eine AUA-Maschine in München auf einem Acker notlanden. Meine liebe Schwester Renate stiess auf dem Flughafen auch noch zu uns, um mich zu verabschieden. Dann ging es durch die Passkontrolle ... ein letzter Blick zurück zu meiner Familie ... war schon etwas traurig. Doch nun begann mein langersehntes Abenteuer. Achtung - Fertig - Los!!! Die Globetrotter-Tour kann beginnen!
Es war ein ruhiger Flug nach Wien, das von oben so richtig friedlich aussah, da etwas Schnee lag. Bei der Ticketkontrolle meinte der Kontrolleur, er hätte sich doch gewundert, wenn nicht doch noch eine Schweizerin auf diesem Flug wäre. Im Wartesaal dann der erste Kontakt mit Inder: einerseits faszinierten mich die farbigen Gewänder der Inderinnen, jedoch erschreckte mich das ständige tiefe "schnürfeln" der Männer, einfach ecklig. Ich hoffte auf einen guten Platz im Flugzeug, immerhin dauerte er 6 1/2 Stunden. Ich wurde gleich mit zwei Sitzen belohnt und konnte so mein Schlafmanko der letzten zwei Tage ausgleichen. Das Unterhaltungsprogramm beeindruckte mich nicht besonders, da zuerst ein kitschiger Bollywood-Film und danach ein Hollywood-Streifen mit französischer-Synchronisation (in einem österreichischen Flugzeug!) lief.
Hingegen bot ein betrunkener Österreicher genug Stoff zur Unterhaltung. Er wanderte dauern im Flugzeug auf und ab bis er dann so viel Alkohol intus hatte, dass er das Gleichgewicht verlor und auf den Rücken fiel. Peinlich!

Andy kommt mich am Flughafen abholen
Anflug Delhi. Von meinem Fensterplatz aus hatte ich eine gute Sicht auf die beleuchtete Hauptstadt Indiens. Es war eine klare, ziemlich warme Nacht. Nach etwas längerer Wartezeit, konnte ich dann endlich meinen 16kg schweren Rucksack buckeln und mich in die Ankunftshalle aufmachen, wo mich Andy erwartete. Andy lernte ich im Herbst 2002 auf einer 3-Tages-Trekking-Tour in Nord-Thailand kennen (siehe Thailandbericht). Er ist Engländer und 30 Jahre alt und genauso reisebegeistert wie ich. Wir trafen uns im letzten Mai in London und im Herbst verbrachte er eine Woche bei mir in der Schweiz. Da wir die gleichen Reisepläne und -wünsche hatten, beschlossen wir, solange zusammen zu reisen wie wir miteinander auskommen. Er reiste bereits im November nach Indien, wo er seine Schwester besuchte, die in einem Spital ein Medizin-Praktikum absoliverte. Ich freute mich riesig, ih n wieder zu sehen und mit ihm Indien zu bereisen. Im vorgebuchten Hotelzimmer (Good Times) fiel ich in einen ruhigen Schlaf mit einem Lächeln auf meinem Gesicht.

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12.-15.01.

Delhi - ein Hexenkessel

Delhi, die Millionenstadt mit der ständigen Smogglocke. Wow, Delhi muss man gesehen, erlebt, gehört und gerochen haben, um wirklich zu wissen, wie Delhi ist. Einfach unbeschreiblich, im positiven wie im negativen Sinne. Anschliessend einige Gedanken und Erlebnisse zu verschiedenen Themen:

Facts & Figures: Indien 1 Mrd. Einwohner, Hauptstadt: Neu Delhi (12.8 Millionen Einw.), Währung: Rupies / Kurs: 100 Rps = CHF 3.30 (Jan. 2004), Religion: 82 Prozent Hindus

Verkehr: Das Verkehrsaufkommen ist unvorstellbar. Abwechselnd bahnen sich Fahrradrikschwas, gelbgrüne Tuktuks, stinkende Busse, Kleinautos und manchmal auch Ochsenkarren ihren Weg durch die Metropole. Dauernd wird gehupt (eine Süditalienische Stadt ist ruhig gegen dieses gehupe hier) und irgendwo drücken sich die Fahrer in eine noch so kleine Lücke; Fahrstreifen gibt es hier nicht. Ein einziges Chaos ... auf den ersten Blick. Doch ich habe nie einen Stau gesehen, keinen einzigen Verkehrsunfall (ausser dass ein Fahrgast von einer Fahrradrikschaw auf die Strasse fiel, als der Fahrer apruppt abremsen musste. Der Gast nahm es mit einem Lachen hin.) und habe ausnahmslos kein Fluchwort gehört. Die Hierarchie ist klar von der Grösse des Gefährtes abhängig und so steht der Fussgänger ganz hinten an und muss dauernd auf der Hut sein und sich den Weg mühsam bahnen. Ein Trottoir oder gar einen Zebrastreifen kennt man hier nicht. Im Gegenteil, der Strassenrand wird häufig als Pissoir missbraucht und dementsprechend stinkt es auch. Über Delhi hängt dauernd eine Smogglocke und beim Nasenschneuzen ist alles schwarz ... kein gesunder Ort.

Wetter: Gemäss Reiseführer sind die Wintermonate November bis März die Besten, um Delhi einen Besuch abzustatten. Tatsächlich herschen während dem Tag angenehme ca. 21 Grad, so dass der Smog leichter ertragbar ist. Morgens ist es ziemlich neblig, doch am Nachmittag zeigte sich jeweils die Sonne, so dass man im T-Shirt gut herumlaufen kann. Die Nächte hingegen sind überraschend kalt und da die Häuser (natürlich) nicht geheizt werden, muss ich mich mit mind. zwei Wolldecken wärmen.

Leute: Von Anfang an sind mir die grossen sozialen Unterschiede aufgefallen. Ein extremes Beispiel habe ich in Old Delhi beobachtete: ein Fahrradrikschaw-Fahrer führte einen gut gekleideteten Inder mit Natel am Ohr durch die Stadt. Sieht aus wie König und Untertan, was es im gewissen Sinne ja auch ist. Die Ärmsten der Armen fielen mir in dieser riesigen Menschenmenge besonders auf. Invalide Bettler ohne Arme und Beine; Leprakranke, denen bereits Gliedteile abgefault sind; Inder mit offenen Wunden, die auf einem Trottoir an einer stark befahrenen Hauptstrasse ihren Wohn-, Schlaf- und Bettelplatz gefunden haben; Obdachlose, die sich an einem kleinen Feuer versuchen warm zu halten; Krüppel wohin man schaut ... Jeder, der irgendwie arbeiten kann, hat sich ein kleines Business aufgebaut: Die Strassenhändler verkaufen Karton, reparieren Kugelschreiber, Strassenköche verkaufen selbstgemachte Mahlzeiten (hmm!!), manche bringen Popkorn an den Mann und wieder andere bieten einem das Handlesen an. Natürlich gibt es auch wohlhabendere Einwohner, die ihr Geld mit Tuktukfahren, Matratzenverkäufe, Kleider - und Stoffhandel, Hotelier usw. verdienen. Die Einwohner sind im allgemeinen zurückhaltend, wohl auch deshalb, weil die meisten kein Englisch sprechen. Falls wir mal nach dem Weg fragen mussten, hatten wir uns meist an die gutgekleideteten (Krawatte ist ein 100-Prozentiger-Treffer) Inder gehalten, die wissen meist, wo der nachgefragte Ort ist und sprechen auch gut Englisch. Im Zentrum und wo man sich Touristen gewohnt ist, fragen Bettler nach einem Allmosen. Zwar wird man als Weissen dauernd begafft, vorallem ich als Frau, doch lassen einem die Leute im grossen und ganzen in Ruhe. Doch ein paar Leute können es einfach nicht lassen und wollen einem irgendetwas andrehen. Die Kleveren versuchen es erst mit belanglosem Small-Talk.
Einige bieten einem bei den Sehenswürdigkeiten auch ihre persönlichen Dienste an und wenn man ihnen dann verkli ckert, das man keinen Führer benötigt, versichern sie einem sofort, dass sie natürlich kein Führer sind, sondern einfach nur freundlich! Blablabla, und wenn die begleitete "Tour" dann beendet ist, verlangen sie Geld für die unverlangten Dienste. Nunja, im Grunde kann ich es verstehen, jeder versucht seinen Lebensunterhalt auf seine Weise zu verdienen.

Touristen: Ausser im Quartier "Main Bazaar", wo die meisten Rucksack-Reisenden absteigen, und bei den grossen Sehenswürdigkeiten, trifft man kaum Touristen an. Wir sind zum Teil kreuz und quer durch die Stadt gelaufen, ohne dass wir einem Bleichgesicht begegnet sind. Die meisten Touris sind aus England, einige Franzosen und Deutsche haben wir getroffen, doch von Schweizern keine Spur.

Hotels: In Delhi gibt es natürlich viele Häuser, die einem ein Bett anbieten. Bereits ab 40 Rupies (ca. 1 CHF) kriegt man ein Dach über dem Kopf. Ich habe bereits aus der Schweiz aus ein Hotelzimmer für zwei Nächte gebucht und zwar im Hotel Good Times, Karol Bagh, für 50 CHF pro Nacht. Das Luxushotel bot eine europäische (mit Wanne) Warmwasserdusche, Zimmerservice, Klimaanlage. Die Unterkunft lag etwas ausserhalb des Stadtzentrums, in einer ruhigen teureren Gegend. Wegen Bauarbeiten im Hotel war jedoch ab 8 Uhr kein ruhiger Schlaf mehr möglich. Unser zweites Hotel "Priyanka" befindet sich mitten im Main Bazaar Areal, Pahar GAnj. Ein ziemlich neues Hotel in einer ruhigen Seitenstrasse; wir hatten ein schönes Zimmer mit warmer Dusche (wohl die letzte für längere Zeit) für 350 Rps.

Sicherheit: Ich fühlte mich in dieser Grossstadt immer sicher, auch bei unseren unfrewilligen Spaziergängen (da verlaufen) in ärmlichere Gegenden. Das lag sicher auch daran, dass ich eine männliche Begleitung habe, jedoch schätze ich die Inder nicht als agressiv ein.

Sehenswürdigkeiten: Nun, was haben wir in Delhi eigentlich unternommen? Delhi ist keine klassiche Sightseeing-Stadt, wo man x-Sehenswürdigkeiten abklappert. Bereits das tägliche Leben bringt einem einfach nur zum staunen. Deshalb verbrachten wir auch viel Zeit in den Top-Roof-Restaurants (meist auf den Dächern von Hotels), vonwo wir das Leben auf der Strasse beobachten, wo sich Einheimische, Touristen, heilige Kühe, herumstreichende Hunde und vieles mehr herum tummelte. Ich liebe das indische Essen und wurde immer wieder positiv überrascht, was die indische Küche alles hervorbringt. Wahrend unseres Aufenthaltes besuchten wir zwei typische Sehenswürdigkeiten. 1. Das Red Fort (Baujahr 16 Jh.), das ehemalige Militärische Zentrum der Shas und später der Engländer. Eine riesige Festung aus rotem Sandstein, dessen Vorderfront sich auf imposante 500 m lang zieht. 2. Den Bahai-Tempel, der wie eine Lotusblühte aussieht und allen Glaubensrichtungen zur Verfügung ste ht. Ein friedlicher Platz, speziell im Zeitalter des Terrors.

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15.-21.01.

Agra – Taj Mahal, ein Traum wird wahr

Die Zugsfahrt von Delhi nach Agra sollte eigentlich gerade mal 2 ½ Stunden dauern, doch bei diesem dicken Nebel waren wohl die Signale für den Lokomotivführer nur schwer zu erkennen und deshalb benötigten wir fast doppelt so lange für die ca. 200 km lange Strecke. Da der Zug so langsam fuhr, konnten wir durch die vergitterten Fenster auch das elende Ausmass der Slums von Delhi sehen. Die armseligen Hütten bieten nur geringen Schutz vor Sonne und Kälte und als Sanitäre Anlagen dienen die Geleise. Überall liegt Abfall herum und aus den Pfützen, die der nächtliche Tau gebildet hatte, wird Wasser geschöpft.

Agra hat 1,3 Mio. Einwohner und liegt südlich von Delhi und jeder kennt es wenigstens dem Namen nach, da dort das wohl bekannteste Gebäude Indiens, das Taj Mahal, liegt. Mit dem Tuktuk ging es direkt ins Hotel Sheela, das unmittelbar neben den Aussenmauern des Taj Mahals liegt. Wegen der dreckigen Abgase und deshalb der Gefahr, dass das Taj Mahal eines Tages schwarz sein könnte, entstand vor ein paar Jahren rund um das Taj Mahal eine verkehrsfreie Zone. Davon kann auch das Hotel Sheela profitieren, es ist ruhig und friedlich und nach dem Besuch der grössten Metropole Indiens weiss man dies zu schätzen. Der alte Gärtner hegt und pflegt seine Pflanzen und so entstand auch eine schöne grüne Oase. Auch der Service war ausgezeichnet und das Frühstück jeweils unschlagbar (Tomaten-Omelette).

Besuch in einem indischen Spital - Behandlung von Andys Lungenentzündung
Brr, es war ziemlich kalt in Agra, die meiste Zeit hing Nebel über der Stadt und während der Nacht war es bitterkalt und feucht. Dies war wohl mit ein Grund, weshalb Andy krank wurde. Jeweils Abends hatte er immer wieder Temperatur. Das zog sich über Tage hinweg und als mein Thermometer etwa am dritten Abend 39.4 Grad anzeigte und er über Schmerzen in der Gegend der Lungen klagte, läuteten bei mir die Alarmglocken. Mit einer Lungenentzündung ist nicht zu spassen. Also begaben wir uns am nächsten Morgen zum Öffentlichen Spital. Ui, da hatte ich aber einen kleineren Kulturschock. Wir wurden in einen kalten, grauen Raum gelots, wo etwa 10 Leute versammelt waren und ein Mann hinter einem Pult sass. Wir erklärten kurz die Sympthome und wurden dann aufgefordert, im nächsten Raum zu warten. Doch in das Fensterlose Zimmer brachte uns keine zehn Pferde rein, denn bereits der Boden war voll von vertrocknetem Blut und in den paar uralten Betten lagen Patienten. Uff, ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Ich wusste ja, dass ich natürlich keinen Standart wie in der Schweiz erwarten kann, aber so was war wirklich schlimm. Wir warteten draussen, bis wir wieder in den kleinen Raum gerufen wurden. Es stellte sich heraus, dass der Mann am Pult scheinbar der Doktor ist und dann Andys Rücken und Brustkorb abhörte. Während der “Untersuchung”, alle anderen Leute waren natürlich weiterhin anwesend, klingelte (Jingle Bells) auch noch das Handy vom Arzt. Während der Arzt den Telefonanruf beantwortete, hörte er weiter den Oberkörper ab. Wenig vertrauenserweckend und trotzdem waren wir froh über eine Diagnose, die leider Lugenentzündung hiess. Nun wussten wir wenigstens, was es ist. Der Arzt verschrieb ihm Antibiotikas (die ich aus der Schweiz mitgebracht habe) und zwei weitere Medikamente. Mit einem Zettel begaben wir uns zur nahegelegenen Apotheke, wo alle Medikamente aufgestappelt waren und die Schachtel zum Teil schon uralt aussahen. Die Schachteln wurden geöffnet und daraus die Anzahl Tabletten herausgenommen, die wir benötigen. Zum Glück zeigten die Medis Wirkung und Andy ging es rasch wieder besser. Ein positiver Nebeneffekt: Andy hat aufgehört zu rauchen!

Taj Mahal - das Märchen Mausoleum
Nun aber zum eigentlichen Grund, warum wir nach Agra gereist sind. Seit meiner Kindheit betrachte ich fasziniert jedes Bild des Taj Mahals. Schon lange habe ich mir gewünscht, dieses Weltwunder zu besuchen. Das Taj Mahal habe ich das erste Mal von einem nahegelegenen Park gesehen. Wegen des Dunstes und der vielen Türme sah es aus wie ein Märchenschloss. Doch das Märchen hatte aprupt ein Ende genommen, als uns der Parkwächter sagte, wir sollen uns nur gerade im Umkreis von 50 m bewegen und nicht mit fremden Leuten sprechen, denn es könnte für uns gefährlich werden. Hm, näher wollte er nicht darauf eingehen. Wir hatten nun schon ein bisschen ein mulmiges Gefühl, da wir auch nur gerade fünf Jugendliche und zwei Paare sahen. Die Jugendlichen kamen dann auch auf uns zu und wahrscheinlich haben sie auch etwas getrunken und gafften uns dann die ganze Zeit an. Naja, ich fand es nicht gefährlich, doch angenehm war es nich t und deshalb verliessen wir den Park bald wieder. Ich besuchte dann das Taj Mahal am einzigen
schönen Nachmittag unseres 6-Tage dauernden Aufenthaltes. Andy kam nicht mich, da er es bereits vor einem Monat mit seiner Schwester besucht hatte. Ich fand das Taj Mahal einfach atemberaubend und es zog mich voll und ganz in seinen Bann. Ich konnte meinen Blick kaum von diesem Marmor-Mausoleum bewegen. Es wurde 1653 fertig gestellt und wurde der Frau des dahamaligen Königs gewidmet, die bei der Geburt ihres Kindes verstarb. Der König war so traurig, dass er ihr dieses grosse Denkmal erschaffte. Auch was rund um das Taj Mahal ablief, war interessant. Viele Indische Familien liessen sich von Fotografen ablichten und stellten sich schön säuberlich in Reih und Glied auf. Zwischendurch fragte ich mich, wer denn nun die Attraktion ist - ich oder das Taj Mahal. Denn viele - vorallem junge indische Männer - wollten ein Foto mit mir. Bei den ersten paar Anfragen machte ich gerne mit, doch als es dann zu viel wurde, musste ich die Fotowünsche ablehnen, denn schliesslich bin ich ja zum geniessen da. Es war natürlich troztdem lustig. Ich blieb, bis die Sonne unterging und das Taj Mahal sich von weiss zu blau, rosa und grau verfärbte. Auf den Fotos kommt dies besonders zur Geltung.

Ansonsten hat Agra nicht viel zu bieten. Wir genossen den Ausblick von den Roof Top Restaurants, auch wenn der Food nicht immer gut war. Die Leuten waren häufig auf unser Geld aus und sprachen uns bei jeder Gelegenheit an, dies oder jenes zu kaufen. Als wir dann aber einen Poncho suchten, die wir überall in Delhi gesehen haben, fanden wir weit und breit keinen Laden.

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21.-27.01.

Pushkar – ein verschlafener heiliger Ort

Nach einer rumpligen Fahrt in einem Luxus-Bus (mit richtigen Bettpritschen) von Agra nach Ajmer mussten wir uns morgens um 5.30 Uhr um die Weiterfahrt nach Pushkar bemühen. Eigentlich wollten wir mit dem öffentlichen Bus die ca. 10 km lange Strecke bewältigen, doch wir wurden von den Taxifahrern richtig gehend bestürmt und natürlich fährt um diese Zeit noch kein Bus usw. … naja, wir waren zu müde, um noch gross zu "stürmen" und machten uns mit dem beinahe doppelt so teuren Taxi als die gesamte 8 stündige Busfahrt gekostet hat nach Pushkar auf. Dort angekommen war immer noch alles dunkel und die Stadt schlief tief und fest. Unser Taxi-Fahrer organisierte uns eine Unterkunft und wir legten uns gleich schlafen. Durch die komischen morgendlichen Rituale von gewissen Indern – die riefen sich wohl einfach quer durch die Stadt einen guten Morgengruss zu – konnten wir nicht schlafen und Andy begab sich auf Erkundungstour … ich Schlafmütze drehte mich noch einmal. Als And y zurück kam inspizierten wir unser Loch von einem Zimmer und entschieden, dass wir uns nach einer anderen Unterkunft umsehen. Im Hotel Paramount fanden wir dann auch genau das richtige, um ein paar relaxte Tage zu verbringen und Andys Lungenentzündung auszukurieren. Ein Zimmer mit einem kleinen Balkon, wo wir viele Stunden mit Lesen und beobachten (Affen) verbrachten und von wo wir eine super Aussicht über das verschlafene Städtchen hatten, (15’000 Einw.) das wegen des kleinen heiligen Sees mitten in Zentrum ziemlich weit herum bekannt ist. Die Hindus benutzen den See für heilige Rituale und baden in dem ziemlich dreckigen Wasser. Pushkar liegt eingeklemmt zwischen zwei Hügelzügen in einer ziemlich trockenen Gegend. Das Städtchen lebt vorallem von einer kleinen Handelsstrasse – sprich, viele Läden, Restaurants und Tee-Shops befinden sich entlang einer schmalen Gasse, wo sich natürlich gleichwohl noch Mofas und Tuktuks durch schlängerten. Wir shoppten auch ein bis schen und kauften uns einen warmen Umhang, der genau richtig für kalte Nächte ist. Auch erstand ich mir eine kleine blaue Stoff-Tasche, mit der ich jeweils Mineralwasser, den Fotoapparat und natürlich den Reiseführer Lonley-Planet mit mir herumschleppe.

Wanderungen rund um Pushkar - Bettelnde Kinder und Begegung mit einer Schlange
Zu Fuss machten wir einige Ausflüge. Wir liefen auf einen ziemlich steilen Hügel, der wie eine gross Pyramide aussieht, wo sich der Tempel Savitri befindet. Vom "Gipfel" hat man eine super Aussicht auf die gesamte Umgebung. An einem anderen wundervollen Tag – denn hier schien immer die Sonne und es war angenehme 25 Grad warm (ein wohltat für unsere Seelen und die Lungen von Andy) – liefen wir ein bisschen in der friedliche "Wildnis" und zwar rund um einen Hügel, wo wir nur ein paar Ziegen begegneten. In diesem zum Teil umwegsame Gelände fühlten wir uns fast wie Indiana Jones, der auch nie wusste, was sich hinter dem nächsten Gestrüpp oder der nächsten Abbiegung befindet oder versteckt. Auf dem Rückweg begleiteten uns auch noch ein paar Kinder, die mit ihrem wenigen English auch gleich nach einem "schoolpen" (Kugelschreiber) fragten. Leider mussten wir sie enttäuschen, doch zwei kleine, etwa 5-jährige Jungs waren besonders hartnäckig und begleiteten uns. Der ei ne aufgewecktere und neugierige Junge gab uns auch immer seine Hände und strahlte uns glücklich an. Der zweite, etwas scheuere, lief uns lachend hinterher und spielte mit seinem
selbstgebastelten Propeller (aus einem Baumblatt und einer langen Dorne), der sich drehte, sobald er etwas schneller lief. Er strahlte jeweils über das ganze Gesicht, wenn wir auf das Spielzeug zeigten und ihm zu verstehen gaben, das das wirklich lustig ist. Kinderaugen, die strahlen, machen auch mich in diesem armen Land glücklich. Wir begegnen überhaupt fast täglich lachenden Kindern, so auch auf dem Weg zum Pap Mochani Tempel, auf einem naheliegenden Hügel. Die Kinder fragten zwar gleich nach Geld, Süssigkeiten und Kügelschreiber für ihre Dienste, dass sie uns den einfachen Weg zum Tempel zeigten. Bei solchen Anfragen bleibe ich immer hart und gebe den Kindern nichts, vorallem kein Geld. Denn ich bin der Meinung, dass den Kindern und vorallem den Familien nicht geholfen ist, wenn man ein fach Geld gibt und so das gesamte soziale Leben der Familie zerstört wird. Gibt man den Kindern Geld und sie am Ende des Tages das erbettelte den Eltern präsentieren, denken sich die Eltern: warum eigentlich den Buckel wund arbeiten, die heisse und wenig ergiebige Arbeit auf dem Feld aufrecht erhalten für ein paar Rupies, wenn die Kinder beim Betteln mehr verdienen? Es gibt sogar Stories, wo die Eltern ihre Kinder verkrüpeln (Bein brechen und schief zusammen wachsen lassen usw.), damit das Kind so mehr Aufmerksamkeit und Mitleid erhält und somit auch mehr erbetteln kann. Grausig, ich weiss, aber das soll wirklich hier in Indien passiert sein und deshalb unterstütze ich absolut keine Betteleien der Kinder. Nun, zurück zu diesen Kindern. Andys Herz erweichte dann bei all den grossen, dunkeln Kinderaugen und so liess er ein paar Rupies springen. Natürlich erklärte ich ihm danach meine Meinung (s.oben) und das war dann wohl auch das letzte mal, dass Andy auf die Bitten "hereinfiel". Nach einem kurzen Besuch des einfachen Tempels und einem Tee, liefen wir entlang des Bergkammes und genossen die Aussicht auf die Umgebung. Plötzlich meinte Andy, dass es hier bestimmt auch Schlangen gibt und von da an achtete ich mich bei jedem Schritt auf etwas bewegliches, schwarzes, dünnes, … Auf dem Weg hinunter ins Tal mussten wir immer wieder stoppen und uns orientieren, wo wir am Besten entlang liefen, um den vielen Dornbüschen aus dem Weg zu gehen. Plötzlich sah ich, dass Andy auf etwas schwarzem, dünnen, ca. 40 cm langen stand, das aussah wie eine … ja, genau, wie eine Schlange. Ich machte Andy vorsichtig darauf aufmerksam und er machte schnell einen Satz auf die Seite. Ui,
das war zum Glück eine tote Schlange. Wir waren ziemlich geschockt und liefen sehr, sehr vorsichtig weiter. Glücklicherweise sahen wir keine wilden Tiere mehr, jedenfalls keine lebendigen. Denn wir sahen noch ein paar Skelette, die entwede von Kühen oder Kamelen stammen. Gruselig! Als wir die ersten Hütten erreichten und uns eine Familie zum Tee einlud, nahmen wir diese Einlaldung gerne an. Die gesamte Familie versammlte sich vor dem Haus und starrte uns an. Manchmal habe ich das Gefühl, die Leute haben noch nie jemanden mit weisser Hautfarbe gesehen, dabei laufen hier tagtäglich Touristen herum. Zum Haushalt dieser ärmliche Familie gehörte immerhin ein Taubenschlag (wahrscheinlich als Haustiere, ich glaube nicht, dass sie die Tiere essen) und zwei Esel.

Pushkar - ein gemütlicher Ort
Das Essen schmeckte uns in Pushkar immer sehr gut, vorallem die Kartoffelplätzchen mit einer scharfen Sauce und Kichererbsen vom Strassenstand hatten es uns besonders angetan. Da Pushkar als heiliger Ort gilt, kriegt man weder Eier, Alkohol noch Fleisch … die morgendlichen Eier-Omeletten habe ich vermisst. Doch auf Alkohol und Fleisch konnte ich locker verzichten.
Auch fand ich die Leute hier sehr nett und vorallem nicht so aufdringlich. Endlich konnten wir mal durch Strassen laufen, ohne dass uns jeder irgendetwas verkaufen wollte.
Pushkar ist ein kleiner heiliger Ort, wo ich mir gut vorstellen kann, auch einige Wochen zu verbringen. So wie es aussieht haben sich das einige Touristen zu herzen genommen und leben schon seit längerer Zeit in diesem Ort. Definitiv ein relaxter Ort!

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27.-31.01.

Jodhpur – mittelalterliche Blue City

Mit einem lokalen, halbdurchrosteten Bus ging es über sehr holprige Strassen durch kleine Dörfer von Pushkar nach Jodhpur (5 ½ Std.). In Jodhpur angekommen liessen wir uns mit dem Tuktuk bis zum Clock Tower bringen, ein hoher Turm und das Wahrzeichen der Altstadt. Andy wartete beim berühmten Omlette Shop (der Omlette-Verkäufer verbraucht ca. 1’000 Eier pro Tag!) und ich machte mich auf die Suche nach einer schönen Unterkunft. Yogi’s Guesthouse gefielt mir am Besten und so zogen wir mit Sack und Pack an diesen relaxten Ort gleich unter der Mauer des riesigen Forts. Wir fühlten uns wohl in unserer Unterkunft, doch dass drei nepalesische Jungs im Alter von ca. 9 – 15 Jahren das ganze Haus im Schuss hielten (Kinderarbeit!) und so die Besitzer das grosse Geld absahnen hinterliess dann noch einen fahlen Nachgeschmack.

Fort von Jodhpur - eine faszinierende Führung zurück ins alte Indien
In Jodhpur leben fast 1 Million Einwohner. Die Häuser sind alle dicht zusammengebaut und kleine Gassen mit stinkenden Abwasserkanälen bilden die Lebensader der Bewohner – sprich kleine Läden und der Markt. Da sich meine Schachkenntnisse als sehr gering herausstellten und Andy immer gewonnen hatte und sich langsam langweilte, versuchten wir auf dem Markt ein Backgammonspiel zu finden. Schlussendlich hatten wir in einem kleinen Spielzeugladen dann auch Erfolg. Nun gewinne ich immer Backgammon. Wir sind schon auf der Suche nach einem anderen Spiel! *grins*. In mitten der Stadt erhebt sich ein 125 m hoher Hügel auf dem ein mittelalterliches imposantes Fort steht. Dem heutigen Majaradscha liegen seine alten Kulturgüter sehr am Herzen und deshalb hat er einen Fonds gegründet und die Güter der Öffentlichkeit geöffnet. So auch das Fort, das noch in einem sehr guten Zustand ist und eines der imposantesten Rajastans ist. Den Besuchern wird mittels einer se hr interessanten Audio-Tour (ja genau, mit diesen Kopfhörern und den kleinen Geräten) die Geschichte der fast 200-jährigen Festungsanlage näher gebracht. So wurde zum Beispiel auch die kleinen Handabdrücke beim Eingangstor erklärt. Bis vor einigen Jahrzehnten war es in Indien Brauch, dass sich die Wittwen mit ihren Ehemaennern lebendig verbrennen liessen, so auch die Frauen der Maharadschas, die zum Teil mehrere Ehefrauen hatten. Bevor die Wittwen zwecks Verbrennung das Fort verliessen, mussten sie ihre Handabdrucke beim Tor hinterlassen. Traurige Geschichte, wenn man sich vorallem vorstellt, dass darunter noch sehr junge Frauen waren, die kaum ihrem Teenager-Alter entwachsen waren. Innerhalb des Forts sieht man auch die wunderschönen Frauengemächer, die mit feinen Steinhauereien verziert sind. Durch kleine Öffnungen konnten die Frauen das Geschehen in den Innenhöfe beobachten, ohne dass sie selber gesehen wurden. Denn sie durften sich den lüsternden Männer-Blick en nicht aussetzen. Unfair, oder? Denn die Frauen büssten ihre Freiheit ein, nur weil die Männer sich mit ihren Blicken nicht zügeln konnten *grins*. Uebrigens gibt es diese Spezies Männer, die immer den Frauen hinten nachsehen, immer noch, ganz unverholen und dreist. Dafür gibt es extra ein indisches Wort. Vom Fort hat man übrigens eine super schöne 360-Grad-Aussicht. Und so sieht man auch auf den ältesten Teil von Jodhpur, auf die Blue City. Die meisten Häuser und vorallem die Innenhöfe sind mit blauer Farbe angemalt. Weshalb blau? Blau ist die Farbe der Brahmen, der Obersten Kaste und um dies den Leuten klar zu machen: “Hier wohnt ein Brahma!” wurden die Häuser in Blaue Farbe getüncht. Heutzutage wird es aber mit der Farbe nicht mehr so streng genommen und deshalb funkelt praktisch jedes Altstadthaus in Blau. Wir entschieden uns, diesem Teil der Stadt, der eigentlichen “Blue City” einen Besuch abzustatten und machten uns auf einen längeren Marsch durch die schmalen Gassen, die von Kühen und Hunden bevölkert sind, auf. Zur Abkühlung machten wir einen kleinen Abstecher in einem Rooftop-Restaurant und kamen später an einem kleinen unreinen See vorbei. Wir wanderten entlan g der Stadtmauern und durch eine Gestrüpp-Ebene bis wir dann bei einem milchweissen Marmorgebäude ankamen. Jaswant Thada ist eine Gedenkstätte an einen Maharadscha von dessen Ehefrau und wurde 1899 fertig gestellt. Nach der Besichtigung sind wir wieder ins Labyrinth der Altstadt gelaufen und haben ohne Probleme unsere Unterkunft wiedergefunden.

Uebrigens habe ich in Jodhpur eine Nacht auf der Toilette verbracht. Das Nachtessen war wohl verdorben. Wir hatten in einem relativ teuren Hotel das Abendessen eingenommen und haben uns auch über den sehr schnellen Service – der absolute Ausnahme in Indien ist – gewundert. Auch war das Essen nicht wirklich warm, doch das ist mehr oder weniger normal hier in Indien. Doch war es wohl doch nicht frisch zubereitet und eine unangenehme Nacht und ein schlaffer Tag folgte.

Wenn ich so durch die Gassen lief und mir all diese Motorfahrräder und die Elektrizität wegdachte, konnte ich mir gut vorstellen, wie vor 100 Jahren dieser Ort einem kleinen Ameisenhaufen glich, jeder seiner Handwerksarbeit nachging, wie in den kühlen Gassen getratscht und geplaudert wurde und über den Gassen die Wäsche hing. Ein richtiger mittelalterlicher romantischer Ort!

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31.1.-05.02.

Jaisalmer – Aufregung in der Wüstenstadt

Wieder mit einem lokalen Bus unterwegs, begaben wir uns auf die Fahrt nach Jaisalmer, die westlichste Stadt von Rajastan, am Beginn der Thar-Wüste und nur gerade 150 km von der Pakistanischen Grenze entfernt. Dass die Beziehungen zwischen Indien und Pakistan nicht gerade zum Besten stehen, haben wir dann auch an den unzähligen Militärcamps auf dem Wege zu unserem Reiseziel bemerkt. Ausserdem befindet sich vor den Toren von Jaisalmer der Militärflughafen, der von Düsenjets tags- wie nachts über rege benutzt wurde.

In der Stadt angekommen liessen wir uns vom Tuktuk-Fahrer wie immer irgendwo im Zentrum absetzen. So verhindern wir jeweils, dass die Tuktuk-Fahrer hohe Kommissionen einheimsen, die wir dann zusätzlich zu den Unterkunftskosten zu bezahlen haben. Der Tipp von Yogi’s Guesthouse stellte sich als kleiner Reinfall heraus. Nicht nur war das Hotel ziemlich weit enfernt vom Zentrum, auch war da kein Raum mehr frei, so dass wir die erste Nacht in dem ziemlich muffligen Nachbar Guesthouse Hotel Safari verbrachten. Am nächsten Tag entschieden wir dann ins Herz von Jaisalmer zu zügeln, das heisst, mitten ins Getümmel des Forts. Dort hatten wir dann auch Glück und fanden im Hotel Tempel View ein kleines Turmzimmer mit einem winzigen Balkon auf die Gasse und mit eigenem Rooftop, das heisst, das Dach des Zimmers diente uns als eine Art Terasse, wo wir zum Beispiel unsere selber gewaschenen Kleider zum Trocknen ausbreiteten oder uns in der warmen Abendsonne wärmten. Ausserdem hatten wir direkte Sicht auf den Jain-Tempel, der mit seinen detaillierten Steinhauereien, die vom 12. bis zum 15. Jahrhundert entstanden sind, bis weit über die Grenzen berühmt ist.

Fort von Jaisalmer - ein lebendiges Museum
Das Jaisalmer-Fort kommt einem vor wie ein lebendiges Museum. Dort gibt es Guesthäuser, Restaurants und Shops für die Touristen, aber auch normale indische Familien wohnen in den alten Gemäuern, der Maharadscha-Palast scheint immer noch im alten Glanz zu erstrahlen und die Aussicht von der kleinen Erhöhung in die weitläufige Wüste während des Sonnenuntergangs lässt die Hitze wahrend des Tages vergessen. Wir nahmen es ziemlich easy in Jaisalmer und fröhnten mehr oder weniger dem Nichtstun. Doch einen kleinen Ausflug zum nahegelegenen heiligen Gadi-Sagar-See liessen wir uns nicht entgehen. Der kleine See, der vor langer Zeit von einem Maharadscha künstlich angelegt wurde, ist am Ufer von kleinen Tempeln gesäumt und auch mitten drin haben Gläubige zwei Tempel errichtet. Man kann mit Tret- und Ruderbooten um diese Inseln herumfahren. Wir entschieden uns für ein Ruderboot und da Andy mir grossartig sagte, er werde mich herumfahren, nahm ich natürlich an, Andy wisse von was er rede. Doch weit gefehlt, als Andy an den Rudern sass und versuchte das Boot aus dem kleinen Hafen zu manövrieren, wurde mir bald klar, dass er noch nie ein Ruderboot gesteuert hat. Ich krümmte mich vor lachen, als wir immer wieder im Kreis herum ruderten. Also tauschten wir die Plätze und ich ruderte auf den offenen See hinaus. Andy meinte dann, dass er sich vor all den männlichen indischen Zuschauern doch sehr geschähmt habe, konnte aber dann trotzdem darüber lachen!

Ansonsten begab ich mich noch zu einer Massage, wo meine Glieder so richtig durchgekneten wurden. Mit der 28-jährigen indischen Frau ergab sich dann auch noch ein interessantes Gespräch über das Thema “Freund” und “arrangierte Heirat”. Sie wollte von mir wissen, ob ich denn verheiratet sei und als ich antwortete: “Nein, ich habe aber einen Freund.” Bemerkte ich sofort ihr verdutztes Gesicht. Sie erklärte mir dann, dass sie keinen männlichen Bekannten habe, auch nicht einfach nur als Kollegen. Das sei in Indien ganz einfach undenkbar. Ab einem gewissen Altern wechseln die Kindern in Mädchen- und Knabenschulen. In Indien ist es nicht möglich, einen Freund zu haben und dann irgendwann mal zu heiraten. Nein, in Indien werden die Ehen arrangiert und zwar durch die Eltern. Die Familie hat hier in Indien eine viel grössere Bedeutung als in westlichen Ländern. Drei, vier Generati onen leben hier unter einem Dach und die angeheiratete Tochter wechselt ins Haus der Schwiegereltern. Wenn ich mir vorstelle, dass ich mir nicht nur meinen Lebenspartner nicht selber aussuchen darf, sondern auch noch ins Haus meiner zukünftigen Schwiegermutter ziehen muss … puh, nein danke! Doch anscheinend funktioniert hier dieses System bestens. Doch ob alle glücklich sind mit dieser Lösung? Das bezweifle ich!

Unfall einer Schweizerin - weiterer Spitalbesuch
Eines morgens trafen wir auf eine fluchende 65-jährige Schweizerin, die gerade die Treppe hinauf (!) gefallen ist und an unserem Nachbarstisch platz nahm. Ich sprach sie darauf an, da ich seit meiner Ankunft nur selten auf Schweizer getroffen bin und ich zwischendurch gerne in meiner Muttersprache rede. Wir unterhielten uns dann auch kurz. Einen Tag später trafen wir sie zufällig wieder in einem Restaurant an. Dort geschah dann das Unglück. Auf einem wackligen Plastikstuhl fiel sie auf den Rücken und schlug den Kopf an der Wand an einer Kante auf. Uff, sie blutete aus ihrem Hinterkopf, doch ihr ging es anscheinend ziemlich gut, kein Kopfweh. Trotzdem überredeten wir sie ein Spital aufzusuchen und ein Arzt, der als Tourist in Jaisalmer weihlte, unterstütze uns in dieser Meinung. Denise, die verletzte Schweizerin, willigte dann auch widerstrebend ein. Nach unserem Erlebnis mi t einem öffentlichen Spital in Agra war uns klar, dass es ein Privatarzt oder Privatspital sein muss. Ein hilfsbereiter junger Inder kappte ein fremdes Tuktuk, fuhr uns dann auch zu einem Privatarzt (natürlich nicht ohne es zu unterlassen, von seinem Kleiderbusiness zu erzählen, das uns zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht interessierte), doch der war nicht zu Hause. Die zweite Station war ein offentliches Spital, aus dem wir eine 180 Grad Kehrwendung machten, als wir den Arzt, das Untersuchungszimmer und den noch immer anwesenden vorherigen Patienten sahen. Der Arzt selber ging an Krücken und Andy meinte, der wäre wohl selber einmal Leprakrank gewesen, der noch anwesende Patient sass da mit einer offenen Wunde und das Untersuchungszimmer sah alles andere als sauber, geschweige denn steril aus. Also machten wir dem jungen Tuktuk-Fahrer klar, dass es unbedingt ein privates Spital sein muss. Beim dritten Anlauf hatten wir dann Glück und Denise wurde in einem privaten Spi tal aufgenommen und von einem englisch sprechenden Artz versorgt. Sie musste das Loch im Kopf mit zwei Stichen nähen lassen, bekam eine Tetanusspritze zwecks Infektionen, die sie sich dann auch gleich selber sprizte. Sie sei nämlich eine pensionierte Krankenschwester, wie sie uns in einem lockeren Plauderton erzählte. Mir wurde fast schlecht. Nach einem letzten Check vom Arzt wurde sie dann mit einem Berg von Medikamenten wieder entlassen. Später erzählte mir Andy, dass es zwar ein relativ fortschrittliches und sauberes Spital war, doch trotzdem sah er eine Maus auf dem Flur herumlaufen *kreisch*. Wir fuhren also mit unserem Tuktuk-Fahrer zurück Richtung Fort, doch irgendwie schlug er einen komischen Weg ein, durch enge Gassen. Plötzlich hielt er vor einem Kleiderladen an! Richtig erraten, wir standen vor seinem Business, von dem er uns auf dem Hinweg lang und breit erzählte. Unglaublich, doch er wollte doch tatsächlich uns nach diesen stressigen zwei Stunden noch i n ein Geschäft schleppen. Wir machten ihm dann klar, dass wir absolut nicht in der Stimmung zum shoppen seien und er uns direkt ins Fort fahren soll! Ui, da war er dann eingeschnappt. Er meinte dann, er hätte uns geholfen also sollen wir ihm nun auch helfen. Doch für uns war klar, Denise muss sich etwas erholen und sich an einen ruhigen schattigen Platz setzen. Also fuhr er eingeschnappt und ziemlich ruckig durch die Gassen bis ins Fort. Dort angelangt, verlangte dann der Besitzer des Tuktuks einen horrenden Preis, natürlich mit der Unterstützung des beleidigten Fahrers. Wir weigerten uns, soviel zu bezahlen. Normalerweise macht man den Fahrpreis vor der Abfahrt ab, doch wir waren in Eile und hatten ja keine Ahnung wie lange das ganze Dauern wird, ausserdem war es ein Notfall. Denise bewies in dieser Situation stärke und handelte den Preis herunter, auch wenn er immer noch unglaublich hoch war. Bei einem kalten Coca-Cola plauderten wir dann noch ein bisschen bevor wir uns mit einer Umarmung von Denise verabschiedeten. Puh, das war eine Aufregung!

Wüstenfestival von Jaisalmer - u.a. mit Schnurbartwettbewerb
Doch noch nicht genug der Aufregung, nun tümmelten wir uns in den Umzug des Desert-Festivals von Jaisalmer, das jährlich stattfindet. Der Umzug startete im Fort und schlängelte sich die Stadt hinunter bis ins riesige Festival-Gelände, wo man eine Tribüne und Sitzplätze (schön ordentlich beschildert und aufgeteilt nach ausländischen und indländischen Touristen oder nach VIP oder VVIP (very very important people usw.) vorbereitet hatte. Ausserdem gab es auch noch so eine Art Jahrmarkt mit sehr rustikalen Bahnen (also auf das kleine Riesenrad hätte ich mich nicht getraut, TÜV-geprüft war es bestimmt nicht!). Der Umzug bestand u.a. aus einer Musikgesellschaft, die hoch zu Kamel ritt. Ausserdem waren ein paar Männer als Frauen und kleine Mädchen und Buben als Prinzessinnen und Prinzen (oder war es Braut und Bräutigam?) verkleidet und wurden auf grossen Wagen dem zahlreich erschienenen Volk präsentiert. Nach dem Einzug in die Arena gab es dann auch noch eine Mr.-Desert-, eine Mr.-Schnurbart-Wahl und eine Turban-Wahl (Touristen und Einheimischen-Klasse). Die Touristen Turban-Wahl war besonders lustig. Es ging darum, wer am schnellsten den schönsten Turban binden kann und dabei kamen doch schon ziemlich lustige Kreationen raus. Jaisalmer war ein aufregender und unvergesslicher Ort. Ich werden nie den Anblick des hellbraunen romantischen Fort vergessen, das vor Leben nur so strotzt.

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5.-11.02.  

Bikaner – Kamel Safari

Mit einem öffentlichen und überfüllten (Festival!) Bus fuhren wir während acht Stunden Richtung Norden in die Wüstenstadt Bikaner. Viele Leute mussten während der gesamten Fahrt stehen und dabei kam es zum Streit zwischen zwei Einheimischen Frauen, doch nach einem heftigen Wortgefecht sassen sie dann friedlich neben einander und plauderten die gesamte restliche Fahrt miteinander.

Eigentlich lag Bikaner nicht auf unserer Reiseroute, doch hörten wir von verschiedenen Leuten, dass die Kamel-Safaris in die Wüste Thar schöner seien und man mehr von der Tierwelt mitbekommt. Die Stadt Bikaner ist in meinen Augen auch überhaupt nicht sehenswert. Unser luxuriöses Hotel (TV und Badewanne = 300 Rps. = CHF 11.--) lag etwas ausserhalb, doch nach einem kleinen Fussmarsch befanden wir uns in der Altstadt, die einige schöne Gebäude und ein grosser Markt aufzuweisen hat. Das Fort schauten wir dann der vollständigkeitshalber auch noch an, doch war es nicht so aussergewöhnlich, wie die übrigen in Rajastan. Ausserdem durften wir nicht alleine herumlaufen und mussten einem Guide hinterherlaufen.

Im Hotel lernten wir eine durchgeknallte Schottin und eine nette Kanadierin kennen. Die Schottin reist im Schnellzugstempo durch Indien, bleibt an jedem Ort gerade mal so lange, dass sie alle Sehenswürdigkeiten abklappern kann (manchmal nur gerade ein paar Stunden). Wie uns die Kanadierin später noch erzählte, sei die Frau 50 Jahre alt (sieht aber aus wie über 60 Jahre), hat sieben Kinder von mindestesn fünf verschiedenen Männern und man komme bei ihr kaum zu Wort. Mit der Kanadierin verabredeten wir uns noch für das Abendessen (die Schottin ist bereits weiter gezogen) und auf dem Nachhauseweg begegneten wir noch einer Hochzeitsgesellschaft. Ein richtiger kleiner Umzug, mit Lichterketten (der Agregator wurde mitgeschleppt) und der Bräutigam ritt auf einem Elefanten durch die Stadt. Sehr imposant! Als wir so gemütlich der Strasse entlang schlenderten klappste plötzlich so ein doofer Jüngling auf den Po der Kanadierin. Unglaublich, und der hatte dann auch noch die Frechheit einfach so neben uns her zu schlendern und blöd zu grinsen. Nach einem klaren und deutlichen “Fuck off” verschwand er dann endlich. Sachen gibts!

Organisation der Kamelsafari - Treffen mit Mr. Kamal
Nun aber zum eigentlichen Grund, warum wir ja nach Bikaner reisten. Die Kamelsafari. Während einem Nachtessen wurden wir von einem dicklichen sympatischen Inder angesprochen, dass er Kamel-Safaris organisiert und wir sollen ihn doch am nächsten Tag im Büro nebenan aufsuchen. Wir möchten aber unbedingt mit ein paar anderen Leuten diese Safari-Tour bestreiten und hoffen, dass wir in den nächsten 24 Stunden noch andere Leute auftreiben können. Doch das ist gar nicht so einfach, denn nach Bikaner verlaufen sich nicht viele Touristen. Im Hotel hatten wir aber Glück. Ein holländisches junges Paar, Addy und Roeland, wollte sich gerade auf den Weg machen, um einen Kamel-Safari-Anbieter zu finden, als wir sie darauf ansprachen. Wir begaben uns also gemeinsam auf die Suche nach einem Anbieter. Zuletzt landeten wir dann genau bei diesem übergewichtigen gemütlichen Herrn, der uns am Tag zuvor angesprochen hatte. Mr. Saxena erklärte uns dann lang und breit, wie alles ablaufen wird und was alles für das Geld geboten wird. In seinem Büro setzte er dann einen kleinen Vertrag auf und der Deal war geritzt. Für 500 Rps pro Tag und Person ging es während drei Tagen in die Wüste.

Die Kamelsafari mit sechs Begleitmänner
Das Abenteuer begann also am nächsten Tag wieder im Büro von Mr. Saxena. Seine Frau offerierte uns ein feines Frühstück (Toast mit Vegi-Curry) und danach ging es mit dem kleinen gelben Schulbus nach Deshnok, wo uns sechs Begleiter und ihre Kamele in Empfang nahmen. Doch zuerst statteten wir dem berühmten Rattentempel einen Besuch ab. Tatsächlich laufen dort Ratten frei herum und werden von den Hindus verehrt, indem sie ihnen Essen und Trinken spendieren. Ihhh, gruselig, vorallem wollte ich nicht, dass mir eine solch wiederliches Tier über die Füsse läuft, dabei soll das Glück bringen *grins*. Ich konnte aber jedesmal erfolgreich ausweichen.
Die Begleitergruppe bestand aus vier Männern und zwei Knaben, die während den nächsten Tagen auf uns vier Touristen acht gaben. Ein netter Mann, der Anführer, ca. um die 45 Jahre alt, konnte als einziger ein bisschen Englisch. Ausserdem war ein 75 Jähriger turbantragender Inder dabei, der 18 Kinder hat, angeblich alle von einer Frau, wie er stolz sagte. Von seinen Freunden wurde er liebevoll “Baba” genannt. So, mit vier Kamelen inkl. einem Zugkamel, für den Zweiradwagen, mit all dem Gepäck und den Fressalien, ging es los in die Wüste. Wüste ist etwas übertrieben, denn ich stellte mir einfach nur Sand, Sand, Sand vor, doch es war mehr eine Steppe und von Zeit zu Zeit sah man sogar richtige Felder mit Getreide und Raps. Mutig ritten wir also alle auf den Kamelen und nach einer Stunde hatten wir bereits unser erstes Ziel erreicht. Die Schule von Mrs. Saxena, wo sie uns ein feines Mittagessen zubereitete. Am späteren Nachmittag, nachdem die Hitze etwas nachgelassen hatte, sassen wir wiederum auf die hohen Tiere auf … ausser Andy, der zog es vor zu laufen, er meinte, dies sei bequemer *grins*. Er setze sich erst wieder am dritten Tag auf der Schlussetappe auf ein Kamel … Naja, ich muss zugeben, so richtig gemütlich war es wirklich nicht und während ein paar Etappen lief auch ich lieber als zu reiten. Die erste Nacht verbrachten wir auf dem Dach eines verlassenen Beton-Hauses. Die klare Nacht war gesprenkelt von Sternen und durch die warmen Decken, die uns Mr. Saxena mitgegeben hatte, war die kalte Nacht in der Wüste sehr angenehm. Der zweite Tag war windig, doch dadurch auch die Temperaturen etwas angenehmer. Die zweite Nacht verbrachten wir wiederum bei einem alten verlassenen Farmerhaus. Unserer Begleiter erzählten uns, dass aufgrund der schlechten Monsun-Monate in den letzten vier Jahren viele Bauern ihr Land verlassen mussten und nun in der Stadt leben um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wir haben während diesen drei Tagen auch einige Tiere gesehen. Antilopen hüpften vor uns über die Strasse und Aasgeier machten sich in der Ferne über ihre Beute her. Und während wir so gemütlich am Lagerfeuer plauderten und sangen, war doch eine ziemlich grosse Spinne zwei mal so frech und kletterte an mir hoch bis zu meinen Haaren. *kreisch* Also nach dem zweiten Mal getraute ich mich nicht mehr hinzusetzen. Da Addy sich am zweiten Abend nicht so gut fühlte, “half” ihr Baba. Er hielt ihre Hand und sang dabei. Ausserdem legte er ihr ein paar Fäden um ihr Handgelenk und meinte dann, nun sollte es ihr besser gehen. Addy, selber Ärztin, spürte zwar keine grosse Veränderung, doch war es sehr interessant zuzusehen, was der Medizinmann machte. Nach diesen drei schönen Tagen verabschiedeten wir uns vor der Schule von unseren Begleitern mit einer Umarmung.

In einer indischen Schule
Im Schulhof begrüssten uns die vielen Kinder und natürlich durfte nicht auf ein Cricket-Spiel verzichtet werden. Andy schlug dann sogar einen Ball über die Schulmauern! Wow, die Kinder waren beeindruckt. Mit dem Schulbus ging es am späteren Abend wieder zurück nach Bikaner, wo uns eine lang ersehnte Dusche erwartete. Zum Abendessen waren wir netterweise noch bei der Familie Saxena eingeladen. Wir hatten ein interessantes Gespräch, dabei stellte uns Mr. Saxena sein neues Touristenprojekt vor. Ausserdem verfassten wir noch unsere Empfehlungsberichte, die auf seiner Homepage erscheinen sollen. Als Frau Saxena erfuhr, dass ich aus der Schweiz bin, fragte sie mich gleich, ob ich denn Daniel kenne. Hm, Daniel? Klar kenne ich Daniels, so ca. vier bestimmt und da Daniel so ziemlich der am meisten verbreitete Namen in der Schweiz ist, müsste ich zumindest den Nachnamen kennen. Das war ein Gelächter, als ich ihr das erklärte. Sie suchte dann die Adresse heraus und scheinbar war das ein Jean-Daniel aus Lausanne, der vor einigen Jahren bei ihnen zu Besuch war. Den kenne ich leider nicht.

Die Kamelsafari war vorallem deshalb interessant, weil wir mit richtigen Indern durch ihr Land zogen, ihren Gesängen zuhörten und trotz der sprachlichen Barriere uns gut miteinander verstanden. Mr. und Mrs. Saxena waren zwei supernette Personen, die uns nach Strich und Faden verwoehnten. Thank you!

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12.-16.02.  

Udaipur – die romantische James-Bond-Stadt

Mit einem Luxus-Nachtbus mit Bett begaben wir uns auf die ca. 900 km lange Reise von Bikaner nach Udaipur, im Süden von Rajastan gelegen. Mitten in der Nacht mussten wir aber wegen einer Panne anhalten, da irgendwo Benzin auslief. Zum Glück hatten die Mechaniker das Problem nach 2 ½ Stunden wieder im Griff und weiter ging die Fahrt. Im Hotel Dream Heaven fanden wir dann auch ein schönes Zimmer mit bemalenem Sternenhimmel und Blick auf den kleinen See. Udaipur ist vorallem für sein romantisches Wasserschloss mitten im See bekannt Für den James-Bond-Film “Octopussy” wurde das Schloss wie auch die gesamte Umgebung inkl. haarsträubender Verfolgungsjagd auf dem See als Kulisse verwendet. Das Wasserschloss wurde 1754 von einem Maharadscha gebaut und als Sommerpalast genutzt. Heute ist es ein 5*-Hotel, das Lake Palace Hotel und nicht öffentlich zugänglich.

Schrecklicher Unfall mit dem Perdewagen
An einem Tag liefen wir auf einen Hügel, vonwo wir eine schöne Aussicht über die Umgebung und den See hatten. Entlang der alten Stadtmauer ging es dann wieder hinunter, wo wir uns waherend der Mittagszeit in einem kleinen Strassencafe verpflegten. Ich schaute gerade Richtung See und plötzlich sah ich eine Pferdekutsche rasend schnell einen Hügel herunterfahren. Das Pferd konnte nicht mehr bremsen und durchbrach eine Abschrankung, fiel eine Böschung hinunter und die Kutsche kam kopfüber am Ufer zum Stehen. Schock! Das war ein grässlicher Anblick, dieser Unfall. Da bereits viele Inder zu Hilfe eilten, blieben wir sitzen und rätselten, ob es wohl Verletzte gegeben habe und das Pferd überhaupt überlebt hatte. Doch welch Wunder, die Kutsche war zum Glück nur mit dem 9-jährigen Kutscher unterwegs und der war unverletzt. Auch das Pferd stand, nachdem man es unter der Kutsche hervorgezogen hatte, wieder von selber auf. Die Kutsche jedoch war nur noch Schrott. Glück im Unglück!

Wow, der Food war wie überall in Indien super gut, doch bei der German Backery waren wir Stammkunden. Die besten Brownies, die ich je gegessen habe.

An einem Abend begaben wir uns zum Sunset-Point, wo viele verliebte Indische Paare dem kitischigen Springbrunnen-Spiel (Musik und Beleuchtung) zuschauten.

Durch Zufall trafen wir kurz vor unserer Abreise auch noch auf Addy und Roeland, die gerade erst angekommen sind.
Udaipur war zwar nicht so speziell wie ich es mir vorgestellt habe, aber allemal einen Besuch wert.

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17.02.  

Mumbai (Bombai) – ein Tag ist genug!

Mit einem weiteren Nachtbus ging es nach Mumbai, das wir nur als Zwischenstation für unsere lange Reise in den Süden nutzten. Wir sind beide nicht so grosse Fans von Grossstädten und bei dieser Hitze möchten wir lieber so rasch wie möglich ans Meer. Vom Busfahrer wurden wir irgendwo im Norden der Stadt abgesetzt. Wie sich herausstellte, ziemlich weit weg vom Zentrum und vom Bahnhof, von wo wir mit dem Nachtzug nach Goa reisen möchten. Wir mussten also ein Taxi nehmen und natürlich schlug der uns mit dem Preis grausam übers Ohr, denn er sagte uns, das sei etwa 25 km enfernt, doch als wir nach einer 35 Minuten-Fahrt, meist im Stau stecken geblieben, beim Bahnhof angekommen sind, liessen wir ihn wissen, dass wir Touristen nicht so blöde seien und uns selber ausrechnen können, dass wir bei weitem nicht 25 km gefahren sind. Naja, den fixierten Fahrpreis mussten wir dann eben doch bezahlen. Mit einer Hunderter-Note bezahlte ich den Chauffeur, während Andy sich daran machte, das Gespäck aus dem Kofferraum zu entnehmen. Der Taxi-Fahrer machte mir verständlich, dass ich anstatt einer Hunderter-Note ihm nur 10 Rupees gegeben habe. Ich entschuldigte mich dafür und tauschte den Zehner gegen einen Hunderter. Wieder nuschelte er was und zeigte mir wieder eine Zehner-Note. Da schaltete es mir. Er vertauschte meine Hunderter-Note jeweils blitzschnell mit einer Zehner und behauptete dann ich habe ihm zuwenig gegeben. So nicht, ein zweites Mal konnte er mich nicht erwischen. Frustriert machten wir uns Richtung Bahnhof auf. Dort angekommen die nächste schlechte Nachricht, der Nachtzug war bereits ausgebucht und das während den nächsten drei Nächten. Wir wollten aber so schnell wie möglich raus aus dieser lärmigen und stinkenden Stadt und versuchten unser Glück bei den Nachtbussen. Na also, uns stand eine weitere Nacht im Bus vor uns. Um der Hitze und dem Lärm zu entfliehen begaben wir uns in ein Kino, wo wir den Film “Romeo must die” (mit Jacki Khan) auf hindi anschauten. Wir verstanden zwar nichts, dafür war es angenehm kühl! *grins*

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18.-23.02.  

Goa / Benaulim - Fasnacht und Beach!

Nach einer langen Nachtbusfahrt von Mumbai nach Panaji, Hauptstadt von Goa, und nach zwei weiteren kurzen Busfahrten sind wir müde in Benaulim angekommen. Der Tuktuk-Fahrer brachte uns noch das letzte Stück zum Strand, wo wir planten im Guesthouse Cocohut abzusteigen, das gemäss unserem Reiseführer "Lonely Planet" mit guter Kritik abschnitt. Nach einem Marsch über den heissen Sandstrand inkl. unserem Gepäck standen wir dann endlich vor dem Ziel, für das wir ganze 2 ½ Tage Anreisezeit benötigten. Puhhh, wir waren geschafft! Wir fragten nach einem kleinen Beach-Haus! Schreck, es sei alles ausgebucht, aber wir sollen mal 10 Minuten warten … Hm, was soll das nun bedeuten? Andy traute der ganzen Sache nicht so ganz und machte sich auf eine andere Unterkunft direkt am Meer zu finden. Doch der gemütliche Antony, Besitzer der Unterkunft "Cocohut", fand dann in seinem "Garten" doch noch ein Zimmer für uns, leider kein Bamboo-Haus. Er versprach uns, sobald eines leer sei, dürfen wir es beziehen. Puhh, wir waren fix und fertig! Total verschwitzt hüpften wir gleich ins warme Meer und versuchten auf den hohen Wellen zu surfen. Nach zwei Tagen war es dann soweit und wir bewohnten ein kleines rundes Bamboo-Häusschen inkl. einem kleinen Badezimmer. Wir liessen es uns während unserem Aufenthalt gut gehen und abgesehen von einem kurzen Spaziergang entlang dem Beach nach Colva und einem Besuch in Margao faulenzten wir herum.

Bei brühtender Hitze langes Warten auf den Fasnachtsumzug
In Margao fand der alljährliche Karneval statt und uns wurde gesagt, das sei etwa so ähnlich wie in Rio de Janeiro und ein absolutes muss. Nun, nachdem der Umzug mit einer Verspätung von ganzen zwei Stunden bei einer Hitze von ca. 35 Grad angefangen hatte und ich mir im Gedrücke der Menge acht von 58 Nummern angesehen habe, begab ich mich auf den Rückzug. Der Umzug von Margao liegt etwa so weit entfernt vom Grande Festa in Rio de Janeiro wie tausende Kilometer dazwischen liegen. Da gab es doch tatsächlich Umzugswagen, die von Firmen gesponsert (z.B. Nestle!) wurden und eher einer Werbeveranstaltung als der Idee der Fasnacht glichen. Entlang dem Strand sind viele Restaurante verstreut und der Food (Fisch!) war immer sehr gut. An einem Abend besuchten wir noch einen indischen Freund meiner ehemaligen Arbeitskollegin Lucia, der am Strand das "Sun & Moon" Restaurant betreibt. Er hat sich riesig über die mitgebrachten Grüsse gefreut und meinte Stolz, Lucia sei die treuste Kundin seines Business.
Nach fünf Tagen "Sun, fun and nothing to do" verabschiedeten wir uns ungern vom Beach, von unserer schönen Unterkunft und vom Betreiberpaar Wilma und Antony, das uns gemütlich und immer freundlich bediente.

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24.-28.02.  

Hampi – fantastische Felsformationen und Ruinenstadt

Nach einer sehr, sehr mühsamen und holprigen Nachtbusfahrt (hoffentlich unsere letzte) kamen wir früh morgens um acht Uhr in Hampi an und schwitzten bereits. Da Hampi im Landesinnern und mitten in einer Steinwüste liegt, herschen hier um diese Jahreszeit ziemlich unangenehm heisse Temperaturen. Zum Glück fanden wir auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses, das diesen Ort aufteilt, rasch eine Unterkunft. Das übersetzen von einem Ufer zum anderen ist sehr speziell. Mit einem kleinen runden Boot, gebaut aus Flechtmatten, das aussieht wie eine übergrosse Reisschüssel, paddelte uns der Bootsführer jeweils ziemlich stabil und rasch über den Fluss. Ich fand diese Art von Fortbewegungsmittel sehr originell, nur hat es einen kleinen Nachteil. Die Touristen wie auch die Einheimischen sind voll und ganz auf dieses Gefährt angewiesen und das heisst auch, wir - das heisst nur die Touristen - mussten jeweils ein kleines Entgelt für die Überfahrt bezahlen, was ja auch recht und gut ist, für Dienstleistungen muss man ja schliesslich auch im Westen bezahlen. Doch sobald es dunkel wurde, schnellten die Preise rasch in die Höhe und wir mussten astronomische Preise für die Überfahrt bezahlen, was alles andere als fair ist. Doch die Betreiber wussten genau, dass wir es bezahlen, ansonsten kamen wir nicht mehr zu unserem Guesthouse zurück. Also bezahlten wir zum Teil soviel, wie eine Hauptmahlzeit in Indien kostet. Stellt euch vor, ihr müsst für eine kurze Flussüberfahrt CHF 18.- (soviel kostet etwa eine Hauptmahlzeit in der Schweiz) hinblättern. Ist doch völliger Verhältnisblödsinn. Einmal kam es dann auch zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Touristen und den Bootsbetreibern. Mit dem Resultat, dass der Tourist die Nacht an der "falschen" Uferseite verbringen musste. Es gab immer wieder Diskussionen um den Preis und dies ging mir dann langsam auf den Wecker.

Mystische Steinformationen rund um Hampi
Die Steinformationen rund um diesen mystischen Ort faszinierten uns völlig. Manchmal sieht es so aus, als seien diese Felstürme von Menschenhand aufgebaut worden. Mir kommt es jedenfalls vor wie ein kleines Wunder. Doch Hampi hat nicht nur eine skurile Landschaft zu bieten sondern auch 500 Jahre alte Ruinen einer ehemaligen Königsstadt, die einer halben Million Einwohner platz bot. Diese Ruinen liegen zum Teil weit verstreut und so mieteten wir uns ein Fahrrad und machten uns auf, die alten Tempeln, Elefantenstallungen, Königspaläste, Aussichtstürme usw. zu besichtigen. Zum Teil sind die Anlagen noch in sehr gutem Zustand und die Steinhauereien unglaublich detailliert in ihren Ausführungen. Wir besuchten auch den Hanuman-Tempel (Affen-Tempel), der sich auf einem Felsenhügel befindet, vonwo man eine wunderbare Aussicht über die gesamte Ebene hat. Die dort lebenden Affen waren mir aber nicht so geheuer, da sie einem immer gierig ansehen und genau wissen, dass wir Esswaren mit uns führen. Am letzten Tag besuchten wir noch einen kleinen See, der versteckt hinter Banananplantagen liegt und nach einem halbstündigen Spaziergang erreichbar ist. Dort nahm dann Andy ein erfrischendes Bad in dem dunklen, tiefen See. Ich Angsthase benetzte nur kurz meine Füsse. Auf dem Rückweg beobachtete ich, wie eine ca. 1 m lange dünne Schlange einen kleinen Bach übersprang. Wir fragten dann auch sogleich den nahestehenden Bananenpflücker, ob denn die Schlange giftig sei. Er nickte! Kann aber auch sein, dass er uns überhaupt nicht verstanden hat und einfach anstandshalber nickte, was ab und zu in Indien vorkommt. Ein paar Meter von diesem Bach entfernt setzten wir uns in ein gemütliches Openair-Restaurant, wo wir uns mit dem Betreiber über handtellergrosse Spinnen unterhielten, die anscheinend in den Banananpflanzen lebten. Zuerst verstand der Betreiber das Wort "Spinne" nicht und wir versuchten es ihm zu erklären, bis ich dann direkt oberhalb von Andy eine Spinne entdeckte. Der wollte schon fast einen klein Satz vom Stuhl machen, da er befürchtete, dies sei eine solch Riesenspinne, doch zum Glück war es nur ein kleineres Exemplar. Zurück in unserem kleinen Häusschen ging es ums packen. Ich hiefte also meinen Rucksack und liess ihn sofort wieder fallen, als darunter eine Maus hervorrannte. Die Maus fand dann zum Glück ziemlich rasch den Ausgang. *schreck*, an diesem Tage hatte ich definitiv genug "wilde" Tiere gesehen. Scheinbar habe ich an diesem Ort noch eine Kakerlake (wie schreibt man dieses Wort bloss?) aufgelesen, denn in Bangalore, an unserem nächsten Ziel, kam beim Öffnen meines Necessaires (oder Kulturbeutel, wie die Deutschen sagen) eine quicklebendige Kakerlake hervor. *schrei*

Das Restaurant Mango Tree möchte ich noch speziell erwähnen, denn ich habe selten ein so gemütliches Restaurant mit einer solch fantastischen Aussicht auf den Fluss und die Reisfelder gesehen. Das Restaurant befindet sich direkt unter einem riesigen Mango-Baum, die Sitzplätze sind terrassiert und man sitzt gemütlich auf dem Boden auf Strohmatten und geniesst den Ausblick und die verschiedenen angebotenen Köstlichkeiten.
Mit einem lokalen Bus ging es nach Hospit, vonwo wir den Nachtzug nach Bangalore bestiegen.
Hampi ist ein sehr relaxter kleiner Ort. Die Steinformationen sind wohl unvergleichbar und die Ruinen zeigen einem, dass bereits im 15. Jahrhundert eine hochstehnde Kultur in Indien bestand.

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29.02.-01.03.  

Bangalore – eine moderne EDV-Stadt

Diesmal war es eine ziemlich angenehmen Fahrt mit dem Nachtzug, die uns zu unserem nächsten Zwischenziel brachte. Bangalore benutzten wir nur um unsere lange Reise nach Südindien zu unterbrechen. Bangalore ist die Softwareentwicklungsstadt schlecht hin. Viele westliche Firmen lassen hier ihre Software auf entwickeln. Die Stadt selber kommt sehr modern daher, das heisst, lärmig, Betonbunker, ganz einfach ohne jeglichen Charme. Trotzdem genoss ich den westlichen Touch, denn ab und zu tut es meinen Augen gut, wieder einmal westliche Artikel zu sehen. Da wir uns ein Zimmer mit Fernsehen leisteten schauten wir uns frühmorgens die Oscar-Verleihungen live aus dem Bett an. Schade, dass die Hauptdarstellerin von "Whale Rider" den Oscar nicht gewonnen hat. Sie hätte es - trotz ihren jungen Jahren - hochaus verdient. Ich kann jedem diesen Film empfehlen. Gleich wie der Film-Epos "Herr der Ringe" wurde diese Geschichte in Neuseland gedreht. Ein Maoristamm (Ureinwohner Neuseelands) versucht einen Nachfolger für den alten Stammeshäuptling zu finden. Jedoch stellen sich die einheimischen Jungs ziemlich unbeholfen an und die Enkelin des Häuptlings sollte eigentlich die besten Chancen haben … doch sie ist ein Mädchen und hat deshalb keine Chance den Stamm anzuführen. Seht euch den Film an, er ist soeben auf Video/DVD heraus gekommen.
In Bangalore stiegen wir in den nächsten Nachtzug ein, der uns direkt ans Meer nach Kerala führte.

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2.-11.02.  

Kerala / Varkala – Strandleben pur

17 Stunden im Zug … war ich froh, als diese Reise endlich endete. Zum Glück kann man wirklich gut schlafen und kommt dann auch einigermassen ausgeruht am Reiseziel an. Da wir auf anhieb keine unseren Wünschen entsprechende Unterkunft fanden, quartierten wir uns für die erste Nacht im Hotel Blue Marine ein. Wir schauten uns in Varkala, das direkt an einer Klippe des indischen Ozeans liegt, etwas um und fanden so eine kleine Siedlung mit Bambushäusern. Da langsam das Ende der Saison näher rückt, konnten wir den Preis des Häusschen etwas drücken und verbrachten so acht Nächte zum Preis von je ca. CHF 11.-. In Varkala befindet sich der flache Hauptstrand gleich unterhalb des Kliffs. Aufgrund der wehenden Winden um diese Jahreszeit herrschte dauernd hoher Wellengang und der Strand gehört so zu den gefährlichsten in ganz Kerala (Staat). Die Kräfte des Wassers bekam ich zwei, dreimal zu spüren, als ich mich beim Bodysurfen versuchte. Wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt, tragen einem die Wellen bis an den Strand und das Gefühl ist einfach wunderbar. Falls man jedoch den Zeitpunkt verpasst … aua! Wir fanden etwas abseits vom Ort einen kleinen, ziemlich einsamen schwarzen Sandstrand, wo wir meistens morgens ein paar ruhige Stunden unter den Palmen verbrachten. An einem Abend besuchte ich das berühmte Tanzdrama Kathakali. Vor der Vorstellung durfte man auch dem Schminken und ankleiden beiwohnen, das pro Figur ca. eine Stunde vereinnahmt. Die Vorstellung fand vor kleinem Publikum statt. Ausser mir gesellte sich genau noch ein älterer Herr dazu. Hm, also eine kleine Privatvorstellung am Ende der Saison.
Während unseres 10-tägigen Aufenthaltes erfuhr ich dann noch von meinen Eltern, dass sie den Kilimandscharo erfolgreich bestiegen haben. Da trifft also das Sprichtwort "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" voll und ganz zu. Auch meine Eltern sind Abenteurer!

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11.-12.03.  

Allepey - Hausbootsfahrt in den Backwaters

Mit dem Regionalzug fuhren wir entlang von Palmenhainen, Flussmündungen und über alte Eisenbahnbrücken, die noch von der Kolonialzeit der Engländer stammen. Überhaupt zerren die Inder immer noch von den alten Kolonialzeiten in Sachen Zugs- und Strassenverkehr. Die Eisenbahnstreckenführung wurde nur minimal verändert oder erweitert. In die Instandhaltung der Infrastruktur wurde wohl auch nie wirklich investiert (woher denn das Geld nehmen?). Auch an den Strassen wurde nicht viel herumgewerkelt und die jahrzehnte alten Strassen strotzen nur so von Löchern und halten den immer neueren und grösseren Fahrzeugen nicht mehr wirklich stand. Viele Hauptstrasse sind ganz einfach auch zu schmal, so dass das kreuzen von zwei grossen Bussen jeweils zu einem Abenteuer wird und das natürlich bei vollem Tempo. Nun, eben, zurück zu unserer gemütlichen Zugsfahrt, die uns zum Ort Allepey, ca. 2 ½ nördlich von Varkala, brachte.

Mit dem Hausboot in den Backwaters
Dort wollten wir uns einen kleinen Luxus leisten - eine Hausbootsfahrt auf den Backwaters. Wir mieteten uns also eine Hausboot für 24 Stunden für ganze Rps. 3'000 (schlappe CHF 42.-- oder anders ausgedruckt, das würden 10 Übernachtungen in einem Doppelzimmer kosten). Doch gemäss unserem Reiseführer sei dieser Ausflug jede einzelne Rupie wert. Wir waren gespannt! Das Hausboot ist nicht einfach nur ein gewöhnliches, weiss-gestrichenes Hausboot, wie man es aus den Kanälen in Frankreich kennt, nein, das Hausboot sah aus, wei eine umgekehrte langgezogene Reisschüssel. Alles war aus Holz und das Dach aus Flechtmatten. An den Seiten konnte man Lucken öffnen und ans Ufer "spienzeln", auch in unserem winzigen Schlafzimmer (mit Bad!) konnte man die gesamte Seitenwand offnen und am morgen hatten wir einen direkt Blick auf den Fluss, man musste nur den Kopf drehen. Wir kamen uns also auf dem Boot wie ein Königspaar mit drei Bediensteten vor. Zwei waren verantwortlich für das Fortbewegen des Bootes und zwar entweder per Hand oder per Motor. Per Hand funktionierte das folgendermassen: Einer stand beim Bug und der andere beim Heck, beide "bewaffnet" mit einem langen Bambusrohr. Da der Fluss nicht so tief ist, erreichen sie mit den rohren jeweils den Boden und stiessen so das Boot vorwärts. Also fast so wie die Gondoliere in Venedig. Für längere Strecken benutzten sie aber jeweils einen kleinen Motor. Wir hatten auch einen Koch mitdabei, der uns die wunderbarsten Gerichte hinzauberte und die Ananas so zubereitete/schnitt, wie ich es noch nie gesehen habe. Ein echtes kleines Kunstwerk. Am Abend legten wir bei einer kleinen Erdbank an. Auf den dünnen Erdstreifen, die die Flüsse und Wasserebenen unterbrechen, leben Leute. Wir spazierten etwas herum und von überall riefen Kinderstimmen: "Hello, schoolpen (Kugelschreiber)?" Ich glaube, das ist der erste Satz, den die Kinder in der Englischstunde lernen. Am nächsten Morgen schaukelten wir wieder zurück an unseren Ausgangsort. An den Flussufern konnten wir den Frauen und Männern (!) zuschauen, wie sie ihre Kleider und sich selber waschten. Auch haben wir einen Kingfischer-Vogel gesehen, der hier die Bierflaschen als Symbol ziert und in Indien weit verbreitet ist (der Vogel und die Bierflaschen! *grins*).
Wir haben also die 24 ruhigen und relaxten Stunden auf dem Boot völlig genossen und müssen zugeben, dass wirklich jede Rupie gut investiert war.

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12.-16.03.  

Kochi - geschichtsträchtiges Fort

Nach einer kurzen Zugsfahrt erreichten wir Ernakulam, von wo wir per Tuktuk und Fähre auf die vorgelagerte Insel Kochi gelangten. Kochi ist ein geschichtsträchtiges Militärfort, das aufgrund seiner strategisch guten Lage von allen ehemaligen Kolonialmächten (Portugal, Holland, England) als Verteidigungsstandort benutzt wurde. Um in den sicheren natürlichen Hafen zu gelangen, musste diese Insel passiert werden. Auch Vasco da Gama stattete einst Kochi einen Besuch ab und verbrachte sogar seinen Lebensabend dort. Nach seinem Tod wurde er in der St. Francis Church, der ältesten Kirche Indiens, gleich neben seinem Haus auf Kochi, begraben. 14 Jahre später wurden seine Gebeine zurück nach Lissabon gebracht, wo er nun in der Kirche des "Mosteiro dos Jeronimos", Bezirk Belem, seine letzte Ruhestätte fand (besuchten Corinne und ich letztes Jahr auf dem Weg nach Cabo Verde à siehe unseren Reisebericht).

Unterkunft in Vasco da Gamas ehemaligen Zimmer
Hey, und hier nun das Beste: wir verbrachten doch tatsächlich vier Nächte in da Gamas ehemaligen Haus und gemäss Vermieter sogar in seinem Zimmer! Jeden Abend habe ich auf seinen Geist gewartet, doch (zum Glück!) stattete er uns keinen Besuch ab. Ob er damals auch schon von so vielen Mücken geplagt wurde? Wir mussten uns jedenfall während der Nacht unter dem Moskitonetz in Sicherheit bringen und während dem Tag unsere Moskitocoils entzünden.
An der einen Seite der Küste von Kochi wurden vor ettlichen Jahrzenten chinesische Fischernetze installiert. Die Netze funktionieren nach dem Flaschenzugprinzip. An riesigen Baumstammgestellen wurde ein Fischernetz gehängt, das mit Hilfe von mindestens vier Männern ins Meer heruntergelassen und wieder hinaufgezogen wird. Wie ich so beobachtet habe, ist mit dieser Technik der Fang nicht mehr wirklich ergibig. Aber eben, ich bin absolut kein Fischereiexperte und kann mich auch völlig täuschen. Als ich jedenfalls mitgeholfen habe, das Netz hinaufzuziehen, bestand der Fang aus einer ausgehölten halben Melone und aus ein bisschen Plastik. Hi, hi, hi!
Wir besuchten auch Jewtown, das jüdische Viertel. Vor 2000 Jahren, nach den Unruhen in Palästina, flüchteten tausende von Juden aus ihrem Land und ein paar hundert fanden auch den Weg nach Kochi/Indien. Aktuell wohnen nur noch vier Familien in Jewtown. Heute kann man eine über 500 Jahre alte Synagoge besuchen und ein alter Strassenzug, der früher als Handelsstrasse diente und heute von Souvenirgeschäften gesäumt ist.

TV-Werbespot für Regenschirme
Während unserem Aufenthalt wurde während zwei Tagen ein Werbespot für Regenschirme (der Monsoon rückt näher) gedreht. Kinder rannten mit Regenschirmen unter künstlichem Regen (aus dem Feürwehrschlauch) durch. War wirklich interessant zuzuschauen. Erstaunlich wie viele Filmaktivitäten wir bei unserem 10-wöchigen Indienaufenthal sahen. Bollywood scheint überall zu sein, und ein Film kitschiger als der Andere!
Kochi ist scheinbar auch ein beliebter Anlegeplatz und Ausflugsziel für riesige Kreuzfahrtschiffe. Wir beobachteten jedenfalls die majestätische Ausfahrt aus dem Hafen des Luxusliners "Sea Princess" (England), das ca. 2'500 Passagiere und mindestens so viele Angestellte mitführte. Ein Wahnsinnsanblick! Andy und ich meinten, wir werden dann in 30, 40 Jahren eine solche Cruise unternehmen … falls wir es uns das leisten können.
Kochi war ein schöner Abschluss unserer Indienreise, auch wenn uns die düppigen Wetterkonditionen zu schaffen machten und wir viel Zeit in unserem riesigen, kühlen Vasco-da-Gama-Zimmer verbrachten.

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Chennai (Madras) - eine weitere indische Riesenstadt

Mit der letzten Nachtzugsfahrt, die dank einem unfreiweiligen Stopp vor einer eingeleisigen Brücke um vier Stunden verlängert wurde, kamen wir in der hektischen und stickigen Stadt Chennai an. Andy wie auch ich mögen die Indischenstädte überhaupt nicht und liessen deshalb auch jegliches Sightseeing auf der Seite. Andy wollte unbedingt den dritten Teil von "Lord of the Rings" sehen und da im grossen Kinokomplex kein weiterer Film gleichzeitig lief, schloss ich mich ihm an, obwohl ich die ersten beiden Teile nicht gesehen habe. Trotz diesem Umstand begeisterte mich der Kinofilm und ich fand auch einigermassen den Faden der Geschichte (natürlich mit Unterstützung von Andy). Wirklich amüsiert habe ich mich am Publikum, mehrheitlich indische männliche Teenies (15 bis 30 Jahre alt … ja, ja, ich weiss, Tenies sind ja eigntlich alle zwischen 13 (thirteen) und 19 (nineteen), doch in Indien muss man diesen Kreis auf unverheiratete Männer bis zu 30 Jahre erweitern! *grins*). Als die verschiedenen Stars auf der Leinwand erschienen klatschten und kreischten alle, so, dass man den Ton gar nicht mehr hörte. Als Frodo, der Hauptheld der Geschichte, in Gefahr war, versuchten ihn alle mit entsprechenden Zurufen zu warnen. Wahnsinn! Bei der Kussszene am Ende des Films machten alle kusslaute *schmutz, schmutz*. Kindisch, aber seeeeeeehr amüsant! Ich habe glaube noch selten so viel geschmunzelt während einem mehr oder weniger tragischen und kriegerischen Film. Ein echtes Indienerlebnis!
Mit einer Überlandbahn fuhren wir zum Flughafen, wo wir uns beim Check-in trennen mussten, Andy flog mit der Srilankan Airline zwei Stunden früher als ich (Air India). In der Wartehalle sprach ich noch mit einem freundlichen Malaysier, der mir versicherte, dass Malaysia ein super schönes Reiseland sei. Wow, vom Flugzeug aus hatte ich einen aussergewöhnlich schönen Blick auf die Adamsbrücke. Eine bis vor ein paar tausend Jahren natürliche Landbrücke zwischen Indien und Sri Lanka, die heute aber durch den höheren Wasserpegel nicht mehr passierbar ist. Kaum sind wir gelandet und auf dem Flugfeld Richtung Andockungsplatz gefahren, standen alle Sri Lanki wie von Bienen gestochen auf und machten sich im Gedränge des Mittelganges bereit, um das Flugzeug zu verlassen. Hm, was ist denn hier los, warum so eilig, denn schliesslich müssen alle zuerst noch durch die Zollkontrolle und spätestens beim Förderband, wenn alle auf ihre Gepacksstücke (meist riesige Kartonschachteln!) warten, sieht man sich wieder. Also, bloss keinen Stress! Welcome in Sri Lanka! (Wie ich später sehen werde, ist das ganz normal, dass auch Busse und Züge auf diese Art ge- und entstürmt werden.)

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Kuriositäten in Indien

Flipflops und Socken
Die Inder sind ein Volk der Flipflop-Träger und im kälteren Norden von Indien tragen die Inder Socken zu ihren Flipflops. Hm, wie ist das denn möglich, Socken und Flipflops, fragst du dich? Also, die Inder sind da ganz erfinderisch. Es gibt doch tatsächlich Socken, wo der grosse Zehen abgetrennt ist, wie bei einem Fausthandschuh. Lustigerweise tragen die Inder diese speziellen Socken auch zusammen mit anderen Sandalen und das sieht dann immer sehr komisch aus.

Steh-Toiletten
Erinnerst du dich noch an die Stehtoiletten auf deinem Urlaub in Italien oder Spanien also du noch ein Kind warst? Ich erinnere mich jedenfalls noch lebhaft daran und erst recht kamen die Erinnerungen wieder hoch, als ich in Indien immer wieder solche flachen WCs angetroffen habe, wo man beim Pinkeln (jedenfalls als Frau) immer sehr genau zielen muss, ansonsten kriegt man garantiert ein paar Spritzer an die Beine ab. Igitt! Auch ist es in Indien (aber auch in anderen asiatischen Ländern) überhaupt nicht üblich, den werten Po mit Papier abzuputzen, sondern mit blosser Hand (immer die Linke, denn die rechte braucht man zum Essen!) und etwas Wasser.

Busreiter
Indien hat knapp eine Milliarde Einwohner und diese sind sehr reisefreudig. Meistens bringen Busse die Inder von A nach B und wenn diese voll besetzt sind, platzieren sie sich einfach auf dem Dach. So kann es vorkommen, dass auf dem Dach mehr Inder sitzen als im Bus selber. Ein absoluter Wahnsinn und natürlich mega gefährlich!

Flagge

Indische Flagge

Indien in Kürze

FLÄCHE: 3.287.590 qkm.

BEVÖLKERUNGSZAHL: 1.065.070.607 (Juli 2004)

BEVÖLKERUNGSDICHTE: 324 pro qkm.

HAUPTSTADT: Neu-Delhi. Einwohner: 10.400.900 (2004).

GEOGRAPHIE: Indien grenzt im Nordwesten an Pakistan, im Norden an China, Nepal und Bhutan und im Osten an Bangladesch und Myanmar. Die Westküste des riesigen Subkontinents liegt am Arabischen Meer, die Ostküste am Golf von Bengalen und im Süden liegt der Indische Ozean. Sri Lanka liegt südöstlich von Indien, die Malediven liegen in südwestlicher Richtung im Indischen Ozean. Die nordöstlichsten indischen Bundesstaaten und Hoheitsgebiete sind durch einen Landstreifen mit der Hauptmasse Indiens verbunden. Das Land läßt sich grob in drei Regionen aufteilen: das Himalaya-Gebirge, welches mit einer Länge von 3500 km die Nord- und Ostgrenze Indiens bildet, das Flußnetz und -delta des Ganges, das den ganzen Norden durchzieht und das im Süden anschließende Hochland des Dekhan mit den Randgebirgszügen der Westlichen und Östlichen Ghats.

STAATSFORM: Bundesrepublik (im Commonwealth) seit 1950. Verfassung von 1950. Zweikammerparlament: Haus des Volkes (Lok Sabha; 545 Mitglieder) und Rat der Staaten (Rajya Sabha; max. 250 Mitglieder). Staatsoberhaupt: APJ Abdul Kalam, seit 2002. Regierungschef: Manmohan Singh, seit 2004. Wahl des Staatsoberhauptes alle 5 Jahre durch ein Wahlmänner-Kollegium. Unabhängig seit 1947 (ehemalige britische Kolonie).

SPRACHE: Hindi, die Nationalsprache, wird in der Devanagri-Schrift geschrieben und von ca. 30% der Bevölkerung gesprochen. Daneben gibt es 14 gleichberechtigte Regionalsprachen, u. a. Bengali, Gujarati, Marathi, Punjabi, Sanskrit und Urdu im Norden sowie Tamil und Telegu im Süden. Englisch ist weit verbreitet.

RELIGION: 81,3% Hindus, 12% Muslime (8% Sunniten, 3% Schiiten), 2,3% Christen, 1,9% Sikh, 0,9% Buddhisten und andere Glaubensrichtungen.

ORTSZEIT: MEZ + 4,5 (UTC + 5,5).

 

© Cornelia Moser / The Globetrotter - Reiseberichte aus aller Welt